Wirtschaft

Bodenbeläge US-Konkurrent zahlt knapp 360 Millionen Euro

Interface übernimmt nora Systems

Weinheim.Der Bodenbelaghersteller nora systems, der in Weinheim rund 840 Mitarbeiter beschäftigt und damit – nach Freudenberg – zweitgrößter Arbeitgeber der Stadt ist, wird an das amerikanische Unternehmen Interface verkauft. Das teilten beide Firmen gestern mit. Als Kaufpreis nannte das börsennotierte US-Unternehmen mit Sitz in Atlanta 420 Millionen US-Dollar, umgerechnet knapp 360 Millionen Euro. Auf den Standort Weinheim werde der Verkauf keine negativen Auswirkungen haben, sagte eine Sprecherin von nora systems. „Wir wurden von dieser Nachricht völlig überrascht“, sagte Betriebsratsvorsitzender Hans-Erich Baumann. Er wollte sich deshalb zunächst nicht weiter äußern.

„Noch breiteres Spektrum“

Nora systems entstand 2007 aus der Freudenberg Bausysteme KG. Seit 2016 gehörte das Unternehmen mehrheitlich dem britischen Finanzinvestor Investment Intermediate Capital Group (ICG), der seine Anteile jetzt an Interface verkauft hat. Interface machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von umgerechnet 855 Millionen Euro – knapp das Vierfache des nora-Jahresumsatzes (229 Millionen Euro).

Während sich nora systems bislang auf Bodenbeläge aus Kautschuk für das Gesundheits-, Bildungs- und Transportwesen sowie für öffentliche Gebäude und die Industrie konzentriert und diese ausschließlich in Weinheim produziert, ist Interface ein Spezialist für Teppichfliesen für die Hotel- und Gastronomiebranche sowie für den Einzelhandel.

„Zusammen mit Interface werden wir in der Lage sein, unseren Kunden ein noch breiteres Spektrum an Produkten und Dienstleistungen anzubieten“, sagte nora-Geschäftsführer Andreas Müller. Er sei davon überzeugt, dass Interface der richtige strategische Partner für die Zukunft sei. pro