Wirtschaft

Maschinenbau Offenbar Käufer für Howden-Konzern gefunden

Investor schielt nach Frankenthal

Frankenthal.Für den schottischen Howden-Konzern, zu dem auch ein großer Standort mit rund 540 Beschäftigten in Frankenthal gehört, ist offenbar ein Käufer gefunden worden. Der jetzige Eigentümer Colfax plane, das Unternehmen an den amerikanischen Finanzinvestor KPS Capital Partners zu veräußern, berichtet die gewöhnlich gut informierte Nachrichtenagentur Thompson Reuters mit Verweis auf mit der Sache vertraute Personen. Der Kaufpreis liege bei 1,8 Milliarden US-Dollar (rund 1,6 Milliarden Euro).

Der Standort Frankenthal gehört erst seit Oktober 2017 zu Howden, Vorherige Eigentümer waren Siemens und davor Kühnle, Kopp & Kausch (KK&K). In dem Werk werden Dampfturbinen und Verdichter produziert, die in der Industrie zum Einsatz kommen. Die Geräte bauen einen hohen Luftdruck auf, der für den Betrieb unterschiedlichster Maschinen und Anlagen wichtig ist.

Spekulationen seit Monaten

Die 1854 gegründete Howden aus Renfrew bei Glasgow war 2012 von dem Finanzinvestor Colfax übernommen worden. Mittlerweile wollen sich die Amerikaner aber offenbar stärker auf das profitable Medizintechnik-Geschäft konzentrieren und planen, im Gegenzug den Maschinenbauer Howden abzugeben. Seit dem vergangenen Herbst wird daher bereits über den möglichen Verkauf spekuliert.

In der vergangenen Woche hatte Hilmar Feisthammel, Betriebsratsvorsitzender des Maschinenbauers in Frankenthal, vermutet, dass eine Entscheidung noch vor dem Sommer fallen könne. Da die Geschäfte gut liefen, sehe die Belegschaft die Sache vergleichsweise gelassen. KPS Capital Partners ist ein 1991 gegründeter amerikanischer Finanzinvestor, der auf Fertigungsunternehmen spezialisiert ist.