Wirtschaft

Standort Ausländische Firmen monieren hohe Arbeitskosten

Investoren auf Rückzug

Archivartikel

Stuttgart.Ausländische Investoren haben ihr Engagement in Deutschland nach einer aktuellen Studie 2018 merklich reduziert. Zugleich ist die Unzufriedenheit mit den Rahmenbedingungen gewachsen, wie aus der europaweiten Standort-Attraktivitätsstudie des Beratungsunternehmens EY (Ernst&Young) hervorgeht, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Mehr als ein Drittel der befragten Vertreter internationaler Unternehmen, die bereits in Deutschland aktiv sind, äußerte sich negativ. Im Jahr zuvor war es gut ein Viertel. Was die Zahl der Investitionsprojekte angeht, rutschte Deutschland vom zweiten auf den dritten Platz und liegt nun hinter Frankreich. Platz eins belegt trotz der Brexit-Unsicherheiten Großbritannien.

Wachstumsimpulse nötig

„Dass die ausländischen Investitionen in Deutschland sinken, ist ein Warnsignal“, betonte Hubert Barth, der Vorsitzende der Geschäftsführung von EY in Deutschland. Es seien dringend neue Wachstumsimpulse nötig. Die Studie zählt für 2018 insgesamt 973 Projekte ausländischer Investoren in Deutschland – 13 Prozent weniger als 2017 und der erste Rückgang, seit die Zahlen 2005 zum ersten Mal erhoben wurden. Mit der Infrastruktur, dem stabilen politischen und rechtlichen Umfeld sowie der Qualifikation der Arbeitskräfte konnte Deutschland punkten. Schwächen sehen die Investoren dagegen bei der Flexibilität des Arbeitsrechts, in Steuerfragen, bei Anreizen und Vergünstigungen für Unternehmen und bei den Arbeitskosten.