Wirtschaft

Fluggesellschaft Umstrittene Regel zum Handgepäck

Italien stoppt neue Gebühr von Ryanair

Archivartikel

Rom/Dublin.Das italienische Kartellamt hat die Billigflieger Ryanair und Wizz Air daran gehindert, von gestern an neue Gebühren für Handgepäck einzuführen. Handgepäck sei ein „wesentlicher Bestandteil“ des Luftverkehrs, teilte die Behörde mit. Müsse der Reisende dafür extra zahlen, verzerre das nicht nur den realen Preis für die Flugreise, sondern führe den Verbraucher auch in die Irre. Das Verbot des neuen Preismodells gilt nur in Italien.

Im europaweit geänderten Standardtarif sollen Reisende nur noch eine kleine Tasche mit an Bord nehmen dürfen. Nur gegen einen Aufpreis dürfen zwei Gepäckstücke inklusive eines kleinen Rollkoffers mit in die Kabine genommen werden. Während Ryanair für dieses „Priority Boarding“ 6 Euro Aufpreis verlangt, werden bei der ungarischen Wizz zwischen 5 und 15 Euro fällig.

Rechtsmittel angekündigt

Ryanair kündigte an, unverzüglich Rechtsmittel einzulegen. Es gebe für die italienische Wettbewerbsbehörde keinerlei Grundlage für Entscheidungen, die Luftsicherheit und Pünktlichkeit berührten, erklärte Ryanair-Sprecher Robin Kiely in Dublin. Die neuen Richtlinien zum Handgepäck seien transparent und vorteilhaft für die Konsumenten. Der Einstiegsprozess an den Flughäfen werde beschleunigt. Grundsätzlich gibt es keine Vorschriften zu Größe und Gewicht des Handgepäcks, sondern lediglich Empfehlungen des Airline-Verbandes IATA. Die noch kostenfreie Tasche liegt bei Wizz Air und Ryanair in den Maßen (40x20x25cm) deutlich unter den IATA-Vorgaben (56x45x25cm). dpa