Wirtschaft

Konjunktur Währungsfonds will höhere staatliche Investitionen

IWF rät zu Ganztagsschulen

Berlin.Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert von Deutschland angesichts sprudelnder Einnahmen mehr Investitionen, höhere Löhne und Steuerentlastungen. Damit lasse sich das Wachstumspotenzial für die deutsche Wirtschaft erhöhen und einem drohenden Mangel an Arbeitskräften entgegenwirken, heißt es in den Empfehlungen, die der Währungsfonds gestern in Berlin vorlegte.

Unter anderem in der Baubranche, im IT-Bereich und in der Pflege müsse damit gerechnet werden, dass Personal fehle. Schon 2020 sinke aufgrund der demografischen Entwicklung voraussichtlich die Zahl der Arbeitskräfte, dabei sei die Zuwanderung schon eingerechnet. Bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt bescheinigt der IWF Deutschland „gute Fortschritte“. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, empfehlen die IWF-Experten Investitionen in Kinderbetreuung und Ganztagsschulen, die mehr Frauen ermöglichen würden, in Ganztagsjobs zu arbeiten.

Eine Senkung der Steuerbelastung würde nach Einschätzung des IWF Fehlanreize beseitigen, die vom Arbeiten abhalten. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte in der vorigen Woche angekündigt, zusätzliche Steuereinnahmen unter anderem für die Entlastung von kleinen und mittleren Gehältern zu nutzen.