Wirtschaft

IHK Rhein-Neckar Forderung nach zusätzlicher Unterstützung

Kammern setzen Hilfsprogramm um

Archivartikel

Stuttgart/Mannheim.Die Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie die Handwerkskammern werden von Mittwoch an das Soforthilfeprogramm des Landes für betroffene Unternehmen in der Corona-Krise umsetzen. Das teilte der baden-württembergische Industrie- und Handelskammertag mit. Die Kammern würden die Prüfung der Anträge auf Soforthilfe übernehmen. Diese könnten ab Mittwochabend online gestellt werden.

In einem Positionspapier formulierte die IHK Rhein-Neckar indes Forderungen an die Politik. Darin geht es etwa um Entschädigungen für geschlossene Betriebe. Außerdem fordert sie eine schnelle, branchenübergreifende Liquidität, die unbürokratisch und nachhaltig zur Verfügung gestellt wird – auch für Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten. Baden-Württemberg bringe für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige einen Härtefallfonds auf den Weg. Doch auch größere Firmen bräuchten diese Hilfe.

Anträge online stellen

Lenk- und Ruhezeiten für Lkw-Fahrer will die IHK flexibilisiert wissen und Sonntagsfahrverbote sollen ausgesetzt werden, um die Versorgung für Wirtschaft und Bevölkerung zu sichern. Geschäfte sollen dem Schreiben nach schnellstmöglich wieder geöffnet werden – unter Auflagen wie einem Sicherheitsabstand. Zudem wünscht sich die IHK ein Konjunkturprogramm, wenn die Krise überwunden ist. „Zum jetzigen Zeitpunkt wäre ein allgemeines Konjunkturprogramm verfehlt“ schreibt sie. Die Mittel müssten jetzt zielgerichtet eingesetzt werden. „Ein allgemeines Konjunkturprogramm ist dann sinnvoll, wenn die Schließungsmaßnahmen eingestellt werden konnten.“

Die Beantragung bei den Kammern im Südwesten soll in zwei Schritten ablaufen: Zunächst sollen voraussichtlich ab Mittwochabend die Antragsformulare beim Wirtschaftsministerium online abrufbar sein. Diese Anträge können im zweiten Schritt über einen Upload auf der dafür eingerichteten Internetseite der Kammern eingereicht werden – die jeweils zuständigen Kammern übernehmen die Bearbeitung. „Die Verunsicherung bei den Handwerksbetrieben ist enorm“, sagt Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold. „Auch bei Betrieben, die noch geöffnet sein dürfen, brechen Umsätze weg.“ Dazu komme die Sorge um das Personal und das Risiko einer Betriebsschließung.

Die Soforthilfe richtet sich nach der Zahl der Beschäftigten eines Unternehmens und beträgt für drei Monate insgesamt bis zu 9000 Euro für berechtigte Soloselbstständige sowie Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten. Für Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten gibt es Hilfen von bis zu 15 000 Euro. (mit dpa)

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