Wirtschaft

Gebäudereiniger IG Bau berät diese Woche über Streiks / Auch Minijobber soll profitieren

Kampf ums Weihnachtsgeld

Archivartikel

Mannheim/Frankfurt/Bonn.Gebäudereiniger machen Druck: In dieser Woche berät ihre Gewerkschaft, die IG Bau, über mögliche Streiks. Damit soll ein tarifliches Weihnachtsgeld erzwungen werden. „Wir planen bereits Arbeitskampfmaßnahmen“, sagte Ulrike Laux, Vorstandsmitglied der IG Bau. Die Gewerkschaft verlangt für die rund 450 000 gewerblichen Gebäudereiniger eine zusätzliche Zahlung von rund der Hälfte eines Monatslohns, bei längerer Betriebszugehörigkeit soll es Steigerungen auf bis zu 70 Prozent geben. Allein in Mannheim könnten rund 8000 Frauen und Männer von einem Weihnachtsgeld profitieren.

Protestaktionen in Betrieben

„Wichtig ist, dass die Gebäudereiniger und Fensterputzer ihren Chefs in Mannheim jetzt deutlich machen, dass sie sich den Extra-Lohn im Dezember nicht wegputzen lassen“, sagte Wolgang Kreis, Bezirksvorsitzender der IG Bau Nordbaden. „Das Weihnachtsgeld ist in greifbarer Nähe.“ In den vergangenen Wochen war es bereits zu Protestaktionen in den Betrieben – etwa verlängerten Pausen – und Demonstrationen gekommen, um der Forderung Nachdruck zu verleihen.

Bislang gibt es in der Branche kein tarifliches Weihnachtsgeld. Für eine Regelung müsse ein neuer Tarifvertrag außerhalb der bestehenden Vereinbarungen zu Einkommen und Rahmenbestimmungen getroffen werden, meinte Laux. „Das ist ein völlig neues Feld, in dem wir alle Gestaltungsmöglichkeiten haben. Insbesondere gilt auch keine Friedenspflicht“, sagte die Gewerkschafterin. Man werde mit Warnstreiks auch nicht mehr lange warten: „Schließlich geht es um das Weihnachtsgeld.“ Auch die vielen Teilzeitbeschäftigten und Minijobber sollen nach Plänen der Gewerkschaft entsprechend ihrer tatsächlichen Arbeitszeit an einem Weihnachtsgeld beteiligt werden.

Nach Darstellung der IG Bau haben sich die Arbeitgeber bislang nicht zu Verhandlungen bereitgefunden. Eine letzte Aufforderung zu Gesprächen habe man gänzlich unbeantwortet gelassen, kritisierte Laux. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. mad/dpa

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