Wirtschaft

Grüner Punkt Übernahme durch Remondis untersagt

Kartellamt legt Veto ein

Bonn.Deutschlands größter Entsorgungskonzern, Remondis, darf sich nicht den Grünen Punkt einverleiben. Das Bundeskartellamt hat den Zusammenschluss mit dem Kölner Unternehmen DSD, das die Markenrechte an dem Recyclingzeichen hält, untersagt, wie die Behörde am Donnerstag in Bonn mitteilte. Die Fusion würde „zu einer erheblichen Behinderung des Wettbewerbs bei den dualen Systemen“ führen, erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt. „Zu befürchten wären höhere Kosten für DSD-Wettbewerber, erhebliche Marktanteilsgewinne von DSD und letztlich höhere Preise bei der Entsorgung von Verpackungen.“

DSD – das Firmenkürzel steht für Duales System Deutschland – war einst Monopolist, nach der Jahrtausendwende schritt die EU-Kommission ein, und Wettbewerber drängten auf den Markt. Heute gibt es acht duale Systeme. Mit grob gesagt einem Drittel des Marktes ist DSD noch immer die Nummer Eins unter den Firmen. Ihr Umsatz lag 2016 bei 561 Millionen Euro, aktuellere Angaben gibt es nicht. Das Bundeskartellamt befürchtet, dass Remondis seine Marktmacht ausgenutzt hätte. Dass dies im Bereich des Möglichen wäre, liegt an der Konstruktion des Marktes: Von den acht dualen Systemen schreibt nur jeweils eins in einem Gebiet die Müllabfuhr aus, ebenso Sortieranlagen und Verwerter. Bekommt eine Müllabfuhr den Zuschlag, schließt sie aber mit allen acht Systemen Verträge ab. dpa