Wirtschaft

Weihnachtsgeschäft Negative Bilanz in Südhessen

Kaum Ertrag, aber viel Aufwand

Bensheim/Südhessen.In Baden-Württemberg war der Aufschrei Mitte Dezember laut. Kaum hatte die Landesregierung beschlossen, dass im Südwesten das Online-Bestellen und Vor-Ort-Abholen von Waren nicht erlaubt ist, meldeten sich die Händler enttäuscht zu Wort. Für sie wäre Click & Collect ein letzter Strohhalm im ohnehin schon sehr schwierigen Weihnachtsgeschäft gewesen. Insbesondere im Nordwesten des Landes war der Unmut riesig. Denn in Hessen und Rheinland-Pfalz stellten sich die politischen Entscheidungsträger als ausführliche Befürworter von Click & Collect heraus. Die baden-württembergischen Händler im Dreiländereck äußerten die Befürchtung, dass ihre Kundschaft die Weihnachtsgeschenke einfach in Südhessen oder Pfalz abholen könnten.

Dass dieser Fall eher nicht eingetreten ist, macht Tatjana Steinbrenner deutlich. „Wir sind dankbar, dass das Prinzip in Hessen erlaubt ist, letztendlich war Click & Collect für uns nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt die Besitzerin eines Kaufhauses in Bensheim und Präsidentin des Südhessischen Handelsverbandes. Es sei unter dem Gesichtspunkt der Kundenbindung wichtig gewesen. „Damit haben wir ein Lebenszeichen gegeben und gezeigt, dass wir noch da sind. Von den Umsätzen her ist das leider zu vernachlässigen“, berichtet Steinbrenner über das Abholgeschäft. „Das Weihnachtsgeschäft hat Click & Collect den südhessischen Händlern definitiv nicht gerettet.“

Rettung vor Kurzarbeit

In ihrem Kaufhaus sei das Geschäftsmodell sogar noch ausgeweitet worden, erzählt Steinbrenner. Kunden können per Mail, über die Homepage oder die sozialen Netzwerke und am Telefon Bestellungen abgeben, die anschließend von Mitarbeitern vorbereitet werden. Täglich zwischen 10 und 15 Uhr können die Waren abgeholt werden. „Einige Mitarbeiter werden dadurch normal bezahlt und sind nicht in Kurzarbeit“, so Steinbrenner.

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