Wirtschaft

Thyssenkrupp Konzern wehrt sich nach geplatzter Stahlfusion

Klage gegen EU-Verbot

Archivartikel

Essen.Thyssenkrupp zieht gegen das Nein der EU-Kommission zur Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata Steel vor Gericht. Die Kommission habe den Rahmen des geltenden Wettbewerbsrechts über Gebühr ausgedehnt, begründete Vorstand Donatus Kaufmann die Klage vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG) in Luxemburg. Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff hatte diesen Schritt bereits angekündigt. Die Essener rechnen aber nicht damit, dass sie auf diesem Weg die Fusion doch noch durchsetzen können.

Ungenügende Zugeständnisse

Die EU-Kommission hatte im Juni den geplanten Zusammenschluss der Stahlsparte von Thyssenkrupp mit dem europäischen Geschäft von Tata Steel untersagt, weil sie den Wettbewerb bei bestimmten Stahlsorten für gefährdet hielt. Die Fusion hätte nach ihrer Einschätzung zu steigenden Preisen geführt. Zugeständnisse von Thyssenkrupp und Tata hatten den Wettbewerbshütern für eine Freigabe des Zusammenschlusses nicht ausgereicht.

Durch den Zusammenschluss wäre Europas zweitgrößter Stahlkonzern mit rund 48 000 Mitarbeitern und Werken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden entstanden. Thyssenkrupp wollte damit die Abhängigkeit vom Stahlgeschäft verringern, das unter Überkapazitäten und dem Wettbewerbsdruck aus Asien leidet. In Branchenkreisen wird darauf verwiesen, dass die EU 2018 dem weltgrößten Stahlkonzern ArcelorMittal erlaubt habe, die italienische Stahlfirma Ilva zu übernehmen. 

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