Wirtschaft

Kleine Brötchen

Archivartikel

Mit vielen kleinen Schritten will die Bundesregierung Fahrverbote in den Städten vermeiden. Ob diese Strategie aufgeht, ist allerdings zweifelhaft. Zu groß ist das Problem, zu klein der Einsatz der Mittel dagegen.

Die Umstellung der kommunalen Fahrzeugflotten auf Elektrofahrzeuge soll ein Teil der Lösung sein. Das fördert der Bund mit Millionen. Mit den ersten Förderbescheiden können nun rund 2 000 E-Mobile mehr angeschafft werden. Das ist nicht schlecht, doch angesichts von weit mehr als 40 Millionen zugelassenen Fahrzeugen in Deutschland nur ein Klecks in der Landschaft.

Ein Kernpunkt ist dabei, dass die Autohersteller über ein Softwareupdate hinaus keine Nachbesserungen an alten Dieseln vornehmen müssen. Fast zeitgleich will die Deutsche Umwelthilfe neue Messergebnisse vorlegen, denen zufolge das Update nichts bringt, der Schadstoffausstoß damit bisweilen sogar noch steigt. Auch die Experten vom ADAC halten technische Nachrüstungen für notwendig, wenn die Grenzwerte für Schadstoffe in den Städten ohne Fahrverbote eingehalten werden sollen.

Auch wenn das Thema in den vergangenen Wochen in der Öffentlichkeit keine so große Rolle mehr spielte, kann von Entwarnung also keine Rede sein. Die EU hat sich noch nicht zu den deutschen Vorschlägen für sauberere Luft geäußert und in vielen Städten ist die Luft so verschmutzt wie zuvor. Fahrverbote sind mitnichten vom Tisch.

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