Wirtschaft

Landesbank Baden-Württemberg Institut feiert 200-jähriges Bestehen / Hungersnot Auslöser der Gründung

Königin Katharina und ihre Spar-Casse

Stuttgart/Mannheim.Mit einem Jubiläumstag in der BW-Bank-Filiale auf der Stuttgarter zentralen Königstraße eröffnet die Landesbank Baden-Württemberg heute die Festivitäten zu ihrem runden Geburtstag. Dann ist es auf den Tag genau 200 Jahre her, dass die damalige württembergische Königin Katharina die „Württembergische Spar-Casse“ gründete, und zwar als „Sparkasse zum Besten der ärmeren Volksklassen“. Die Feierlichkeiten, Veranstaltungen und Aktionen anlässlich des 200. Geburtstag der Bank werden sich das ganze Jahr über fortsetzen.

Was war damals nur los in Württemberg? Das Land litt wie ein Gutteil Europas an einer gewaltigen Hungersnot, der Folge einer Naturkatastrophe auf der fernen Insel Sumbawa. Dort, zwischen Indischem Ozean und Pazifik, brach 1815 der Vulkan Tambora aus. Er schickte eine gigantische Aschewolke in den Himmel, die weltweit das Klima beeinflusste und in Europa dramatische Ernteausfälle verursachte. Davon war in den Jahren 1816 und 1817 auch das Königreich Württemberg betroffen – die Menschen hungerten.

Um die Not zu lindern, legte das junge Königspaar Wilhelm I. und Katharina mit der landwirtschaftlichen Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt den Grundstein für die Universität Hohenheim. Es rief die Landwirtschaftsschau Cannstatter Volksfest ins Leben und gründete die Württembergische Spar-Casse.

Geldgeschenke an arme Kinder

Das Startkapital betrug 2000 Gulden, so heißt es in der Geschichtsschreibung der LBBW. Die Summe entsprach in der damaligen Zeit rund 30 Ackergäulen oder auch 200 Schweinen. Der Standort befand sich auf der Königstraße in Stuttgart. Die ersten Einlagen machte die Königin selbst, indem sie für arme Kinder mit Geldgeschenken Sparguthaben eröffnete. Die Bürger schienen am Sparen Gefallen zu finden: Nur 16 Jahre später verwaltete die Bank bereits Spareinlagen von mehr als einer Million Gulden und war damit eine der größten deutschen Sparkassen.

Heute ist die LBBW mit einer Bilanzsumme von rund 240 Milliarden Euro die größte Bank im Südwesten. Lange Jahre war Mannheim Sitz eines LBBW-Vorstandsmitglieds – zuletzt lenkte die Bank von hier aus ihr Auslandsgeschäft, die Immobilienfinanzierung und Teile des Geschäftskundenbereichs. Im Jahr 2010 schied mit Peter Kaemmerer der bis dato letzte Mannheimer LBBW-Vorstand aus. dpa/fas