Wirtschaft

„Konzept für alle Standorte“

Horst Gobrecht ist im Verdi-Bezirk Südhessen zuständig für Einzel-, Groß- und Außenhandel

Herr Gobrecht, aus Kaufhof und Karstadt entsteht ein riesiger deutscher Kaufhaus-Konzern. Ist das für Sie eine gute oder schlechte Nachricht?

Horst Gobrecht: Es ist eine gute Nachricht. Denn damit besteht aus unserer Sicht – wenn die Eigner sich tatsächlich engagieren wollen – die Chance, dass Karstadt und Kaufhof erhalten bleiben und damit auch viele Tausende von Arbeitsplätzen.

Erfahrungsgemäß kosten Zusammenschlüsse dieser Größenordnung eher Arbeitsplätze. Was erwarten Sie?

Gobrecht: Ich erwarte ein verantwortungsbewusstes Unternehmerverhalten. Das müsste heißen: Sich mit den Beschäftigten, ihren Interessensvertretungen zusammenzusetzen und ein Konzept zu entwickeln, das es möglich macht, dass Kaufhof und Karstadt am Markt gemeinsam bestehen bleiben können und eine Chance bekommen.

Glauben Sie tatsächlich, dass trotz des Wandels im Handel alle Standorte in der Region erhalten bleiben können?

Gobrecht. Die Entscheidung treffen die Unternehmensleitungen. Aber wir stellen die Forderung an die Eigner, dafür zu sorgen, dass es ein überlegtes Konzept für beide Unternehmen und alle Standorte gibt. Da muss man sich eben etwas einfallen lassen für die Zukunft. Ich kann mir kaum vorstellen, und das zeigen viele Umfragen bei Konsumenten, dass jemand ausschließlich online einkauft und sich alle Konsumenten auf Online beschränken. Ich gehe davon aus, es wird einen Mix geben. In dem spielt der Online-Handel eine große Rolle, in dem wird der stationäre Verkauf eine große Rolle spielen können, und darauf muss man sich einlassen.

Das Interview führte Madeleine Bierlein