Wirtschaft

Decathlon 1200 Stellen angestrebt / Händler kauft Bahnhallen

Kräftiger Schub für Schwetzingen

Schwetzingen.Mit jährlich 15 bis 20 neuen Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Wachstumsraten im Onlinehandel von bis zu 50 Prozent gehört der Sportartikelhersteller und -händler Decathlon derzeit zu den am stärksten wachsenden Handelsunternehmen im deutschsprachigen Raum. Gestern bestätigte das Unternehmen dieser Zeitung, dass das Logistikzentrum am Standort Schwetzingen nochmals massiv ausgebaut werden soll.

20 Millionen Artikel unterwegs

Expansionsleiter Recep Sari und der Logistikleiter Deutschland, Dominique Tousch, planen, bis 2023 von Schwetzingen aus jährlich 20 Millionen Artikel in die Filialen sowie an Onlinekäufer zu versenden – doppelt so viele wie heute. Die Mitarbeiterzahl soll in diesem Zeitraum auf 1200 zulegen. Bereits kommendes Jahr ist in Schwetzingen ein Aufbau der Beschäftigtenzahl von 700 auf 770 geplant. Am Standort wird der Kundenservice angesiedelt, der für die Kundenzufriedenheit bei der Abwicklung von Bestellungen und Retouren zuständig ist.

Zudem werden künftig alle Decathlon-Produkte von Schwetzingen aus versendet, bisher kamen seltener nachgefragte Artikel noch aus Frankreich. Durch den Neubau einer fünften Halle soll die Kapazität gesteigert werden.

Von höchster Bedeutung für den Standort ist, dass Decathlon die seit Ende der 1980er Jahre leerstehenden, denkmalgeschützten Wagenrichthallen des Bahnausbesserungswerkes kauft. Sie will das Unternehmen sanieren und für seine Logistik nutzen. Das neue Logistikzentrum und die alten Hallen sollen architektonisch gut verbunden werden. Schwetzingens Oberbürgermeister René Pöltl sprach von einem „kleinen Wunder und einem tollen Kompromiss“.