Wirtschaft

Urteil Arbeitsgericht kassiert Kündigung

Kritik an Firma erlaubt

Archivartikel

Düsseldorf.Harsche Kritik an der Personalabteilung des eigenen Unternehmens ist kein Kündigungsgrund – zumal wenn sie berechtigt ist. Zu diesem Schluss ist das Landesarbeitsgericht in Düsseldorf gekommen. Der Kläger war ein ehemaliger Straßenbahnfahrer, der durch einen Dienstunfall arbeitsunfähig geworden war. Er hatte mehrfach vergeblich die Auszahlung von Überstunden aus dem Jahr 2017 angemahnt.

Anfang März 2019 wurde ihm eine Auszahlung zugesagt, die aber nicht erfolgte. Daraufhin rief er eine Mitarbeiterin der Personalabteilung an und verlangte mindestens eine sofortige Teilzahlung. Als er keine Rückmeldung erhielt, erhob er Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Mitarbeiterin und den stellvertretenden Leiter der Personalabteilung. Darin behauptete er, die Mitarbeiter würden seine Bezüge veruntreuen. Im April 2019 bezahlte das Unternehmen die Überstunden und kündigte dem Mann wegen der Dienstaufsichtsbeschwerde fristlos. Die Kündigung habe keine Aussicht auf Erfolg, befand nun das Gericht. Zwar habe der Arbeitnehmer Vorgesetzte rechtlich unzutreffend der Untreue bezichtigt. Angesichts des berechtigten Anlasses sei diese Kritik aber kein Kündigungsgrund. dpa

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