Wirtschaft

Internationale Automobilausstellung Branchenverband VDA kündigt neues Konzept an / 300 000 Besucher weniger

Künftiger IAA-Standort offen

Archivartikel

Frankfurt.Bis spätestens Anfang 2020 will der Verband der Automobilindustrie (VDA) gemeinsam mit Herstellern und Zulieferern ein neues Konzept für die Internationale Automobilausstellung (IAA) ausarbeiten. Dann soll auch über den künftigen Standort entschieden werden. VDA-Präsident Bernhard Mattes wollte am Freitag keine Hinweise geben, wo die Autoschau ab 2021 stattfinden könnte. Der Vertrag mit der Messe Frankfurt läuft mit der IAA 2019 aus. Sie endet am Sonntag.

Als mögliche andere Standorte gelten Berlin, Köln und München. „Erst einmal erarbeiten wir ein Konzept, dann sehen wir, wo wir es umsetzen können“, sagt Mattes. Die diesjährige IAA bezeichnet er trotz deutlich geringerer Aussteller- und Besucherzahlen als Erfolg. Sie habe sich von einer reinen Automesse zu einer umfassenden Mobilitätsplattform entwickelt.

Künftig soll eine IAA nach den Vorstellungen von Mattes nicht mehr nur auf einem Messegelände stattfinden. „Wir wollen neue Mobilität noch stärker zum Bürger tragen und im urbanen Umfeld erlebbar machen.“ Mattes verwies als Beispiel auf die „Strassenland“ in Köln, die dort im Juni in der Stadt künftige Mobilitätskonzepte präsentierte, unterstützt auch von Autokonzernen wie Toyota, Ford und Nissan.

„Überhitzte Diskussion“

In diesem Jahr kamen nur 800 und damit 200 Aussteller weniger nach Frankfurt. Mehr als eine halbe Million Besucher erwartet Mattes bis Sonntag. Das wären rund 300 000 weniger als bei der letzten IAA 2017. Mattes führt das geringere Interesse an der Messe auf die Tatsachen zurück, dass rund 30 namhafte Autohersteller die IAA in diesem Jahr gemieden hatten, und es am vergangenen Wochenende friedliche Proteste gegen die Autoschau und Blockaden der Eingänge gegeben hatte.

„Die Attacken, die in den vergangenen Wochen gegen das Auto und insbesondere gegen den SUV geritten wurden, sind Zeichen einer überhitzten Diskussion“, sagt der VDA-Chef. Es habe schließlich noch nie auf einer IAA so viel serienmäßige Elektromobilität gegeben wie in diesem Jahr. Mattes bekannte sich zum Abschluss der IAA zum Klimaschutz und zu den „strammen“ EU-Zielen für 2030.

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