Wirtschaft

Nachhaltigkeit Durch Technik Herausforderungen lösen

Künstliche Intelligenz für das Klima

Mannheim.Künstliche Intelligenz (KI) verbraucht in Rechenzentren viel Energie und wird oft für Zwecke eingesetzt, die den Konsum der Verbraucher steigern sollen – nachhaltig ist das nicht. Doch KI lässt sich auch für den Umwelt- und Klimaschutz einsetzen. Einige Möglichkeiten hat das Start-up-Zentrum MAFINEX in einem Online-Vortrag im Rahmen des Innovationsfestivals innomake vorgestellt.

Aber wie kann KI konkret die Umwelt schützen? Simone Kaiser, von Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI) nennt sechs Einsatzbereiche: Energie, Mobilität, Land- und Forstwirtschaft, Industrie 4.0, der Erhalt von Ökosystemen sowie Klimavorhersage. Es könnten somit etwa bedarfsgerechte Heizungen gebaut, unnötige Beschleunigungsprozesse verhindert, der Pestizideinsatz auf Agrarflächen zielgerechter gesteuert oder Produktionsprozesse hinsichtlich ihres CO2-Verbrauchs optimiert werden.

Landwirte sparen Wasser mit App

Aber: „Die Perspektiven von KI-Entwicklern und Naturschützern müssen besser verzahnt werden“, so Kaiser. Fehlendes Verständnis und Vorbehalte müssten auf beiden Seiten abgebaut werden. Dafür hat das CeRRI im vergangenen Jahr mit Microsoft ein Kollaborationstreffen von Forschern organisiert. Fünf der dort entstandenen Projekte gingen in die Förderung, etwa eines, das auf Basis von Sattelitendaten illegale Wege in Regenwaldgebieten erkennt – es wird laut Kaiser in Indonesien genutzt, um den Lebensraum von Orang-Utans zu schützen.

Auch in der Region widmen sich Firmen dem Einsatz von KI für nachhaltige Zwecke. „PrimingCloud“ aus Mannheim optimiert die Logistik ihrer Kunden. Einer ist das Darmstädter Chemie- und Pharmaunternehmen Merck: Eine KI berechnet unter anderem, wie viel CO2 eine Lieferung, ob per Luft, Lkw oder Schiff, verursacht. Das Karlsruher Start-up „HelioPas AI“berechnet mit KI, wie Gemüselandwirte Wasser einsparen können. Mittels App werden derzeit 50 Pilotbetriebe informiert, wenn ihre Felder zu trocken sind – eine KI nutzt dazu eine Vielzahl von Datenquellen, der Bauer braucht kein zusätzliches Gerät.

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