Wirtschaft

Automobil Mehrheit der rund 2600 Beschäftigten im Montagewerk betroffen / Spätschicht soll für sechs Monate eingestellt werden

Kurzarbeit bei Opel in Rüsselsheim

Archivartikel

Rüsselsheim.Der Autobauer Opel hat für sein Stammwerk Rüsselsheim ein halbes Jahr Kurzarbeit angemeldet. Betroffen ist die große Mehrheit der rund 2600 Beschäftigten in dem Montagewerk des Standortes, wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag mitteilte. In Absprache mit dem Betriebsrat sei geplant, bereits im Oktober die Spätschicht für sechs Monate einzustellen, hieß es weiter.

Der grundsätzlich auf zwölf Monate beschränkten Kurzarbeit muss noch die Bundesagentur für Arbeit zustimmen. Sie prüft, ob die Voraussetzungen für eine konjunkturelle Hilfe erfüllt sind. Opel will die Beschäftigten halten, bis im Jahr 2021 mit der nächsten Astra-Generation wieder ein größeres Arbeitsvolumen anfällt. Derzeit wird in Rüsselsheim nur der Insignia aus dem allgemein schwächelnden Mittelklassen-Segment montiert.

Schutz vor Entlassungen bis 2023

Die Arbeitnehmer erhalten für die ausfallende Arbeitszeit Kurzarbeitergeld als Lohnersatzleistung sowie einen Zuschlag von Opel. Kinderlose bekommen aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung 60 Prozent ihres Nettoentgelts, das nicht versteuert werden muss. Die Sozialbeiträge muss der Arbeitgeber komplett übernehmen. Mit Kindern auf der Lohnsteuerkarte gibt es 67 Prozent vom Netto. Das Opel-Entwicklungszentrum und weitere zentrale Einheiten des Autobauers sind von den Einschnitten nicht betroffen. Opel hatte einen größeren Teil des Entwicklungszentrums an den Dienstleister Segula verkauft.

Die Opel-Beschäftigten an den deutschen Standorten sind tariflich bis Ende Juni 2023 vor betriebsbedingten Entlassungen geschützt. Opel hat unter PSA-Ägide daher umfangreiche Programme zu Abfindungen, Altersteilzeit und Vorruhestand gestartet, die bereits von mehr als 6000 Beschäftigten in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern genutzt wurden. Auch im Rüsselsheimer Montagewerk sollen noch einmal bis zu 600 der 2600 Beschäftigten gehen.

In dem Autowerk fehlt derzeit die Arbeit. So ist im Sommer die Produktion des Familienwagens Zafira ausgelaufen, und der Absatz des Mittelklasslers Insignia lahmt. Erst im Jahr 2021 kommt mit dem Kompaktwagen Astra ein zweites Modell ins Stammwerk und soll dieses den Plänen zufolge nachhaltig sichern. 

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