Wirtschaft

Arbeit Baden-Württemberg startet Pilotprojekt

Land hilft gescheiterten Gründern

Archivartikel

Stuttgart.Das baden-württembergische Wirtschaftsministerium will Firmengründern in Not durch Beratung zu einer neuen Chance verhelfen. Die sogenannten Re-Starter-Trainings werden in Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern durchgeführt. „Wir wollen Gründerinnen und Gründer in jeder Phase ihrer Unternehmungen bestmöglich unterstützen. Wer sich selbstständig macht, kann auch scheitern. Doch wir dürfen Scheitern nicht als persönliches Versagen werten. Wir wollen ihnen die Angst nehmen“, begründete Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) das Pilotprojekt.

„Basis für weiteren Erfolg“

Die eintägigen Trainings sind für die Teilnehmer kostenlos, da Betroffene häufig überschuldet und nicht in der Lage sind, solche Seminare zu finanzieren. Krisenerfahrene Trainer helfen bei der Suche nach Wegen aus einer unternehmerischen Krise oder beim Neustart nach einer Insolvenz. Die Workshops richten sich aber auch an Inhaber, die von einer Insolvenz bedroht sind. Die Trainer stehen nach den Treffen weiter für Fragen und Unterstützung zur Verfügung. Die ersten Kurse finden im März statt, für Mannheim gibt es einen Termin Mitte Mai.

Hoffmeister-Kraut verwies auf eine Auswertung des Statistischen Landesamtes. Danach hatten bis zum Jahr 2017 nur 53 Prozent der Unternehmen überlebt, die 2014 neu gegründet worden waren. Die höchste Überlebensrate erreichten Neugründungen im Gesundheits- und Sozialwesen, von denen nach drei Jahren noch 67 Prozent am Markt waren. Die Gründe für das Scheitern seien vielfältig, heißt es aus dem Ministerium. Bei einem Drittel gebe es persönliche Ursachen. Für Hoffmeister-Kraut müsse das Aus nicht endgültig sein: „Gescheiterte Gründer machen häufig wichtige Erfahrungen, die für eine weitere Gründung die Basis des Erfolgs sein können.“ Die Mehrheit von ihnen wolle einen Neustart wagen. Dieses Potenzial müsse genutzt werden. Der Landtag hat für das Pilotprojekt 50 000 Euro bereitgestellt.

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