Wirtschaft

Agrarbericht Höfesterben verlangsamt sich, Einkommen steigen

Landwirte schlecht gelaunt trotz guter Nachrichten

Archivartikel

Berlin.Bundesagrarministerin Julia Klöckner (Bild, CDU) hatte am Mittwoch erst einmal ein paar gute Nachrichten zu verkünden: Endlich seien die Einkommen der Landwirte durchschnittlich in den letzten beiden Wirtschaftsjahren wieder gestiegen, auch habe sich beim Höfesterben die Dynamik etwas verlangsamt. Der Strukturwandel schlage nicht mehr ganz so heftig zu.

Proteste sollen weitergehen

Bei der Vorstellung des „agrarpolitischen Berichts der Bundesregierung“ holte Klöckner dennoch die Unzufriedenheit eines großen Teils der Bauernschaft ein. Alle vier Jahre wird die Bestandsaufnahme erstellt. Diesmal fällt die Veröffentlichung in eine stürmische Zeit. Tausende Bauern demonstrierten am Dienstag bundesweit gegen das nach langem Ringen beschlossene Agrarpaket der großen Koalition. Die Proteste sollen weitergehen, gegen strengere Regeln beim Düngen, beim Umwelt- und Insektenschutz oder gegen die niedrigen Preise für Lebensmittel.

Klöckner erklärte, die Landwirtschaft befinde sich in einer „sensiblen Situation“. Die Bauern bewege vor allem das ihnen zu Unrecht verpasste Image, sei seien Tierquäler oder vergifteten ihre Äcker. Auch stelle die Gesellschaft immer höhere Anforderungen, „die gibt es aber nicht zum Nulltarif“.

Alles in allem befände sich die hiesige Agrarwirtschaft aber auf einem guten Weg. 275 400 Betriebe seien 2016 gezählt worden, im Vergleich zu 2010 seien dies 23 700 weniger. Die jährliche Abnahmerate betrage damit nur noch 1,4 Prozent, in früheren Zeiten waren es drei Prozent. 2016 waren rund 940 000 Menschen haupt- oder nebenberuflich in der Landwirtschaft tätig. hag (BILD: dpa)

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