Wirtschaft

Linien-Aus als Ansporn

Das Angebot war da, die Kunden fragten es auch nach – und trotzdem war dem ersten Elektrobus im deutschen Fernverkehr kein Erfolg vergönnt. Nach gut 13 Monaten im Testbetrieb, in denen der Bus nahezu geräuschlos zwischen Frankfurt und Mannheim pendelte, wird das Projekt eingestellt. Der Grund: Die Batterie hält den Ansprüchen nicht stand, der Ladevorgang funktioniert nicht so, wie er eigentlich soll. Also verbrachte der Bus viel Zeit in der Werkstatt und zu wenig auf der Autobahn. Für die Befürworter der Verkehrswende ist das eine schlechte Nachricht, denn eine funktionierende Batterie ist neben einer ausreichend vorhandenen Ladeinfrastruktur die Grundlage einer funktionierenden Elektromobilität. Insbesondere im Fernverkehr müssen sich alle Beteiligten darauf verlassen können, dass der Speicher stabil ist und nicht – wie im Flixbus-Fall – das Fahrzeug ständig in der Garage bleiben muss. Noch schlimmer wäre es nur, wenn die Batterie unterwegs ihren Geist aufgibt.

Für die deutsche Automobilindustrie ist das Ende der Elektrobuslinie zwischen Mannheim und Frankfurt auch ein gutes Zeichen. Denn die Lithium-Eisenphosphat-Batterie stammt aus chinesischer Produktion, was zeigt, dass anscheinend auch im Reich der Mitte noch kein Patentrezept für den elektrischen Fernverkehr gefunden wurde. Für BMW, Daimler, Volkswagen und Co sollte das gescheiterte E-Bus-Projekt einen Ansporn darstellen, um in Zukunft, wenn Unternehmen wie Flixbus ähnliche zukunftsweisende Mobilitäts-Projekte angehen, selbst zum Zug zu kommen.

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