Wirtschaft

Halbjahresbilanz Integration von Air-Berlin-Teilen, Lotsenstreiks und schlechtes Wetter belasten Konzern / Gewinn steigt leicht

Lufthansa trotzt allen Widrigkeiten

Archivartikel

Frankfurt.Die Lufthansa ringt weiter mit der Integration von Teilen des ehemaligen Konkurrenten Air Berlin in die Tochter Eurowings. Neben dem Umbau des eigenen Billigflug-Ablegers belasteten Fluglotsenstreiks in Südeuropa, Probleme bei den Sicherheitskontrollen, höhere Kerosinpreise sowie ungewöhnlich viele Gewitter die Gesellschaften der Lufthansa-Gruppe im ersten Halbjahr.

Trotzdem erreichte der Konzern einen mit 677 Millionen Euro leicht höheren Nettogewinn als im Vorjahreszeitraum. Grund waren neue Rekorde bei den Passagierzahlen mit einem Plus von 12 Prozent auf knapp 67 Millionen und bei der Auslastung der Maschinen, ein stabiler Umsatz von 16,9 Milliarden Euro und deutlich verbesserte Ergebnisse bei Lufthansa und bei Swiss.

Finanzvorstand Ulrik Svensson zeigte sich angesichts der Umstände mit dem Ergebnis zufrieden. „Ohne die Belastungen bei Eurowings, die wir in Kauf nehmen, um unsere Marktposition in Europa weiter zu stärken, wäre unser Betriebsergebnis gestiegen.“ Vor Steuern und Zinsen ergab sich ein Rückgang um drei Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Für das gesamte Jahr peilt Vorstandschef Carsten Spohr wie im Vorjahr einen Betriebsgewinn von rund drei Milliarden Euro an.

Reichlich Ärger bei Eurowings

Während Lufthansa und Swiss in den ersten sechs Monaten ihren Betriebsgewinn steigern konnten, rutschte Eurowings deutlich in die roten Zahlen. Der Betriebsverlust addierte sich auf fast 200 Millionen Euro. Svensson begründet dies mit Einmal-Kosten für die Integration der übernommenen Teile sowie der 77 Flugzeuge von Air Berlin. Der Einbau in die eigene Flotte habe länger gedauert als erwartet.

Allerdings zog Eurowings wegen einer Reihe von Flugausfällen und Verspätungen den Ärger vieler Passagiere auf sich. „Aufgrund unterschiedlicher Ereignisse und Entwicklungen, auf die wir teilweise keinen Einfluss hatten, sind wir langsamer und leider auch nicht so störungsfrei wie geplant vorangekommen“, bedauert der Vorstand die Unannehmlichkeiten für „viele Fluggäste“. Eurowings arbeite mit Hochdruck an der Behebung der Probleme. Der Billigflieger soll laut Svensson in drei bis vier Jahren so profitabel sein wie die wichtigsten europäischen Konkurrenten, also etwa wie Easyjet oder Ryanair.