Wirtschaft

Mitarbeiter Belegschaft der beiden Häuser in der Quadratestadt wird während der Geschäftszeit informiert – eines bleibt den ganzen Tag geschlossen

Mannheimer Filiale nach Betriebsversammlung zu

Archivartikel

Mannheim.Freitagnachmittag, kurz nach 14 Uhr. In Mannheims Innenstadt herrscht angesichts des sonnigen Wetters reges Einkaufstreiben. Auch in der Kunststraße. Immer wieder rütteln Passanten an der verschlossenen Glastür von Galeria Karstadt Kaufhof im Quadrat N7. Anders als an der nur wenige Gehminuten entfernten Paradeplatz-Filiale informiert kein Sicherheitsmann, dass gerade eine Betriebsversammlung läuft.

Das am N7-Hauptportal prangende Schild mit der Botschaft „Leider können wir aus organisatorischen Gründen unsere Filiale nicht öffnen“ geht zwischen Plakaten mit Regeln zur Maskenpflicht und anderen Hinweisen rund um Corona optisch unter. Kaum jemand nimmt den Text wahr. Einige der wartenden Passanten mutmaßen, der Eingang sei abgeschlossen worden, weil sich gerade die erlaubte Höchstzahl an Kunden im Kaufhaus befindet. Der Blick durch die Glastür offenbart freilich das Gegenteil: gespenstige Leere, kein einziger Mensch weit und breit.

Einige Stadtbummler machen sich zu Kaufhof Galeria am Paradeplatz auf, wo nach 15 Uhr wieder regulärer Verkaufsbetrieb herrscht. Auf Nachfrage erklärt ein Mann an der Tür, dass die zweite Mannheimer Konzern-Filiale den ganzen Freitag über geschlossen bleibt. Mehr ist ihm nicht zu entlocken. Und drinnen wollen Beschäftigte – ob in der Schmuckabteilung, bei den Kleidern oder bei den Spielsachen – mit Kunden nicht über das sprechen, was ihnen gerade in der Betriebsversammlung mitgeteilt worden ist. Auf die Frage, ob es stimmt, dass die Mannheimer Filiale in N7 dichtgemacht wird, nickt gleichwohl eine Verkäuferin und schiebt ein leises „Leider“ nach.

Und dann gelingt es doch noch, mit einer etwas abseits stehenden Mitarbeiterin ins Gespräch zu kommen, als sich diese einen Moment lang unbeobachtet fühlt. „Für uns hier am Paradeplatz soll es weitergehen“, berichtet die Mittfünfzigerin und gesteht: Trotz Erleichterung tue sie sich mit der Freude darüber schwer.

Eine befreundete Kollegin, erzählt die Verkäuferin fast flüsternd, habe in N7 schon bei der Kaufhof-Vorgängerin Horten gearbeitet – „die wird wohl weniger Glück als ich haben“. Mehr will die langjährige Kaufhof-Beschäftigte nicht sagen. Sie zupft ihre Stoffmaske zurecht, die zwar Mund und Nase verbirgt – nicht aber ihren erstarrten Gesichtsausdruck.

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