Wirtschaft

Deutsche Bahn Auftakt zur neuen Tarifrunde

Mehr Geld und Freizeit gefordert

Berlin.Für rund 160 000 Mitarbeiter der Deutschen Bahn beginnen heute in Berlin Tarifverhandlungen. Den Auftakt macht eine Gesprächsrunde zwischen dem bundeseigenen Unternehmen und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Morgen folgt die erste Verhandlungsrunde mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).

Beide Gewerkschaften fordern 7,5 Prozent mehr Geld. Die EVG will es ihren Mitgliedern erneut ermöglichen, statt der Lohnerhöhung eine kürzere Wochenarbeitszeit oder zusätzliche Urlaubstage zu wählen. Zudem solle die monatliche Ausbildungs- und Studienvergütung für alle Nachwuchskräfte um 150 Euro angehoben werden. Die GDL will unter anderem strengere Regeln für die Ruhezeit zwischen zwei Arbeitsschichten durchsetzen. Die Tarifverträge mit beiden Gewerkschaften aus der Tarifrunde 2016/2017 waren zum 30. September ausgelaufen.

Gewinn bricht um 28 Prozent ein

Die Deutsche Bahn hat sich im Einzelnen noch nicht zu den Forderungen der Gewerkschaften geäußert. Es ist aber zu erwarten, dass ihr die Lohnforderungen zu hoch sind. Die Finanzlage des Konzerns ist schwierig. Im ersten Halbjahr schrumpfte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28 Prozent.

Nach einem Tarifkonflikt 2015 haben die Deutsche Bahn und die GDL ein Schlichtungsverfahren vereinbart. Es ist in einem „Tarifvertrag zur Regelung von Grundsatzfragen“ festgeschrieben, der bis Ende 2020 gilt. Sollte es also zunächst keine Einigung geben, darf die GDL trotzdem erst nach einer Schlichtung streiken. Mit der EVG gibt es keine Schlichtungsvereinbarung. dpa