Wirtschaft

Alternativen Rhein-Neckar Air steigert Auslastung

Mehr Kunden in der Region

Berlin/Mannheim.Lauter eingezwängte, zuckende Knie von Passagieren im Flugzeug sind in dem Werbevideo zu sehen. Dazu erklingt das Lied „I want to break free“ (deutsch: „Ich möchte ausbrechen“). Mit diesem bitterbösen Blick auf die fliegende Konkurrenz wirbt die Deutsche Bahn für „echte“ Beinfreiheit in ihren ICE. Die Probleme im Luftverkehr könnten zudem der Deutschen Bahn neue Kunden von den Flughäfen in die Bahnhöfe treiben. Gezielt in diese Richtung werben wolle die Bahn aber nicht, sagt eine Konzernsprecherin.

„Wir zielen mit unserer Werbung nicht darauf ab, Kapital aus etwaigen Schwierigkeiten der Fluglinien zu schlagen“, so die Bahn. Immerhin haben im ersten Halbjahr 70 Millionen Kunden Fernverkehrszüge genutzt – ein Rekord. Zudem sei die Kundenzufriedenheit gestiegen, betont die Sprecherin. Welche Kunden zuvor andere Verkehrsträger wie das Flugzeug genutzt haben, erfasse die Bahn aber nicht.

„Sehr zufrieden“

Ob die Passagiere von großen Anbietern auf Rhein-Neckar Air umgestiegen seien, lasse sich nicht abfragen, erklärt der Geschäftsführer der Mannheimer Fluglinie Dirk Eggert. Die Passagierzahlen hätten in den vergangenen Monaten aber zugenommen, sagt er. „Wir sind mit der Auslastung sehr zufrieden.“ Rhein-Neckar Air fliegt nach Berlin, Hamburg und Sylt. Hauptklientel sind Geschäftsreisende. Deshalb lässt in den Urlaubsmonaten die Nachfrage nach. Rhein-Neckar Air hat daher für diese Zeit das Berlin-Angebot etwas zurückgefahren. Ansonsten sind Eggert zufolge keine Änderungen im Flugplan vorgesehen.

Spürbar ist die Überlastung des Luftraums beim rheinland-pfälzischen Flughafen Hahn: Verspätete Flieger, die wegen des Nachflugverbotes an vielen Flughäfen wie Frankfurt nicht mehr landen können, weichen auf Hahn aus. Nach Angaben des Betreibers ist die Zahl der Nachtlandungen „deutlich, aber nicht gleichmäßig“ gestiegen. be