Wirtschaft

Verbraucherschutz Neue EU-Regeln nehmen letzte Hürde

Mehr Schutz für Käufer im Internet

Brüssel.Mehr Durchblick beim Online-Kauf, weniger Schmu mit angeblichen Rabatten und Internet-Rankings: In der Europäischen Union sind am Dienstag neue Verbraucherschutzregeln in Kraft getreten, die binnen zwei Jahren in Deutschland und anderen EU-Staaten umgesetzt werden sollen. Bei ernsten Verstößen drohen Händlern saftige Strafen von mindestens vier Prozent ihres Jahresumsatzes.

Die 2018 beschlossene EU-Richtlinie hatte Ende vergangenen Jahres die letzten Hürden der Gesetzgebung genommen. Kommissionsvizepräsidentin Vera Jourova forderte die EU-Staaten auf, sie rasch anzuwenden. „Die neuen Vorschriften werden die Transparenz und Sicherheit im Online-Handel erhöhen, was im Interesse der Verbraucher liegt“, erklärte sie.

Käufer sollen künftig auf Online-Marktplätzen informiert werden, ob der Verkäufer eine Firma oder eine Privatperson ist – denn bei Privatverkäufen gelten geringere Ansprüche bei Problemen oder Defekten. Bei Online-Suchen muss künftig erkennbar sein, ob ein Verkäufer für eine gute Platzierung in der Ergebnisliste gezahlt hat und nach welchen Kriterien diese zustande kam. Von Unternehmen bestellte lobende Produktkritiken werden verboten.

Falsche Rabatte erschweren

Bei angeblichen Rabatten oder Sonderpreisen müssen Verkäufer außerdem zum Vergleich den niedrigsten Preis der vorhergehenden 30 Tage angeben. Damit soll vermieden werden, dass Preise erst hochgesetzt werden, um dann mit dem angeblichen Rabatt Käufer anzulocken.

Die neuen Regeln sollen auch die Praxis eindämmen, dass Markenprodukte mit gleicher Aufmachung in EU-Ländern in unterschiedlicher Qualität angeboten werden. Hintergrund sind Klagen aus östlichen EU-Staaten, dass dort zum Beispiel Fischstäbchen weniger Fisch enthalten. Die nationalen Behörden sollen mehr Handhabe gegen irreführende Vermarktung bekommen. dpa

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