Wirtschaft

Chemie Gewerkschaft IG BCE startet skeptisch in Tarifrunde

„Meilenweit auseinander“

Archivartikel

Hannover.Zum Auftakt der bundesweiten Tarifverhandlungen für die Chemie- und Pharmabranche sehen Arbeitnehmer und Arbeitgeber noch viel Diskussionsbedarf. In der Auslegung der Branchenlage seien beide Seiten „meilenweit auseinander“, sagte der Verhandlungsführer der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Ralf Sikorski, am Montag in Hannover. Auch der Verhandlungsführer des Arbeitgeberverbands BAVC, Georg Müller, sagte, es werde zunächst um die Interpretation der wirtschaftlichen Situation gehen: „Wenn wenig Spielraum da ist, sind Tarifverhandlungen immer sehr schwer.“

In den Gesprächen geht es um die Arbeitsbedingungen von rund 580 000 Beschäftigten. Die IG BCE fordert neben einem spürbaren Lohnplus unter anderem ein sogenanntes Zukunftskonto von jährlich 1000 Euro. Die Idee: Jeder Beschäftigte könnte individuell darüber verfügen und es etwa in freie Tage umwandeln oder für eine längere Auszeit vom Job ansparen. Zu den Forderungen gehört außerdem eine Zusatzversicherung für die Pflege, die Lücken der gesetzlichen Vorsorge schließen soll – nach Angaben der Gewerkschaft wäre das ein bundesweites Novum. Zudem soll es wegen der Digitalisierung mehr Qualifizierungsangebote geben.

Branche verweist auf Investitionen

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) verweist hingegen darauf, dass die Branche für 2019 einen Umsatzverlust von fünf Prozent erwarte. Die Industrie befinde sich in einer Rezession, Spielraum für höhere Löhne gebe es daher nicht. Zudem müssten die Unternehmen viel Geld in Digitalisierung, Klimaschutz und E-Mobilität investieren. Die erste Verhandlungsrunde ist auf zwei Tage angesetzt.

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