Wirtschaft

Pharma Darmstädter Konzern ändert Schwerpunkte bei Spezialchemikalien / Markt für Flüssigkristalle unter Druck

Merck auf neuen Wachstumspfaden

Frankfurt.Verstärkter Druck von Konkurrenten aus China, sinkende Preise sowie schrumpfende Marktanteile im Geschäft mit Flüssigkristallen für Displays von Bildschirmen, Tablets und Smartphones veranlassen Merck, in seiner Sparte Spezialchemie veränderte Schwerpunkte zu setzen. Dabei zielt der Darmstädter Chemie- und Pharmakonzern vor allem auf die Halbleiterindustrie. „Wir wollen unsere Position als führender Zulieferer für die Elektronikindustrie ausbauen“, sagte Geschäftsleitungs-Mitglied Kai Beckmann gestern bei einer Telefonkonferenz.

Starke Region Asien-Pazifik

Zugleich will Merck in dieser wichtigen Sparte, die rund 16 Prozent zum Konzernumsatz beisteuert, kosteneffizienter arbeiten. Konkrete Maßnahmen sind nach Angaben von Finanzchef Marcus Kuhnert aber noch nicht beschlossen. Das Spezialchemie-Geschäft hat 2017 einen Umsatz von rund 2,4 Milliarden Euro erwirtschaftet, 80 Prozent davon entfallen auf die Region Asien-Pazifik. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen lag bei rund 950 Millionen Euro und damit zwölf Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Allein die Hälfte des Umsatzes der Sparte stammt aus dem Geschäft mit Flüssigkristallen. Am gesamten Konzernumsatz haben diese Materialien einen Anteil von fünf Prozent. „Dieser Markt ist reif, die Konkurrenz aus China wird stärker. Wir müssen uns anpassen“, sagt Beckmann. Einbußen würden aber durch das Geschäft mit organischen LEDs (OLED) und durch Fotolacke, insbesondere aber mit steigenden Umsätzen mit der Halbleiterindustrie ausgeglichen.

Dabei schielt Merck vor allem auf China. Dort soll der positive Trend der vergangenen Monate in einen langfristigen Erfolg überführt werden. Generell ist Merck in der Spezialchemie-Sparte nach Überzeugung von Beckmann nach wie vor sehr gut aufgestellt. Es werde weiter vor allem im Halbleiter-Bereich gezielt investiert. Auch Kooperationen schließt man bei Merck nicht aus.

Finanzchef Kuhnert rechnet allerdings in diesem und im nächsten Jahr in der Sparte mit einer Übergangsphase. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll 2018 zwischen 725 und 765 Millionen Euro liegen und 2019 weiter leicht schrumpfen bevor es wieder aufwärts geht. Ab 2020 soll der Umsatz dann wieder um zwei bis drei Prozent pro Jahr steigen. Die Gewinnmarge soll weiter bei sehr guten 30 Prozent liegen. Da stehe man immer noch deutlich vor der Konkurrenz, sagt Kuhnert. Dort werde im Schnitt eine Marge von 22 Prozent erzielt.

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