Wirtschaft

Pharma Viel Prominenz bei 350-Jahr-Feier

Merkel würdigt Merck

Archivartikel

Darmstadt.Die Eigentümerfamilie von Merck will den Chemie- und Pharmakonzern auch künftig stützen. „Die Familie steht fest hinter dem Unternehmen“, sagte Frank Stangenberg-Haverkamp, Vorsitzender des Familienrats, gestern beim Festakt zum 350-jährigen Bestehen in Darmstadt. Die rund 270 Mitglieder starke Familie sei bis 2030 per Vertrag an Merck gebunden und peile an, diesen um weitere zehn Jahre zu verlängern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte das Unternehmen und seinen „konstanten Standort“ Darmstadt. Die Stadt habe sich „sukzessive zu einer Wissenschaftsstadt entwickelt“, mit Merck, mehreren Hochschulen, forschenden Unternehmen und Institutionen und verfüge über „geballtes Wissen, Erfahrung und vielversprechenden Nachwuchs“. Merck stehe für Forschung, Innovation und Weitsicht.

Sie erinnerte an die Geschichte des Konzerns, der 20 Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges aus einer Apotheke entstand und seither viele Rückschläge verkraften musste. So verlor Merck im Ersten Weltkrieg durch Enteignung seine US-Tochter, die heute als Merck & Co an der Wall Street notiert ist. Zudem wurde die Darmstädter Fabrik 1944 im Bombenhagel zu 70 Prozent zerstört. Damals hätten viele Familienmitglieder gesagt, den Wiederaufbau „schaffen wir nicht“, sagte Stangenberg-Haverkamp.

Seit 1971 ohne Streik

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) lobte ferner die Sozialpartnerschaft bei Merck. Die Tatsache, dass es seit 1971 keinen Streik gegeben habe, zeige die Geschlossenheit im Unternehmen. Stangenberg-Haverkamp betonte, es gebe derzeit auch keine Pläne, den Anteil der Merck-Familie, die gut 70 Prozent an dem Dax-Konzern hält, zu senken. Sollte es die Möglichkeit geben, durch einen solchen Schritt Merck etwa über neue Investoren besser aufzustellen, sei das denkbar. „Wir suchen aber nicht danach“, sagte der persönlich haftende Stangenberg-Haverkamp.