Wirtschaft

Umweltauflagen Schifffahrt gerät unter Zeitdruck

„Müssen hart arbeiten“

Archivartikel

Hamburg.Die internationale Schifffahrtsindustrie steht bei der Erfüllung verschärfter Umweltvorschriften unter Zeitdruck. Vom 1. Januar 2020 an dürfen Schiffe nach Bestimmungen der International Maritime Organization (IMO) auf hoher See nur noch Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von 0,5 Prozent statt bisher 3,5 Prozent verbrennen oder müssen alternativ die Abgase vom Schwefel reinigen. „Jetzt geht es für die IMO und die Branche darum, den neuen Grenzwert konsequent umzusetzen“, sagte IMO-Generalsekretär Kitack Lim gestern bei der Eröffnung der internationalen Fachmesse SMM in Hamburg.

„Wir werden es schaffen, aber wir müssen hart arbeiten“, sagte der Vorsitzende der International Chamber of Shipping (ICS), Esben Poulsson, zur Schwefelobergrenze. Ein regelkonformer Kraftstoff müsse von Mitte 2019 an überall verfügbar sein. Hierzu habe er aber noch keine Informationen aus der Mineralölindustrie. Die internationalen Reedereien gehen von Aufwendungen von mehr als 250 Milliarden Dollar (215 Milliarden Euro) für Investitionen und Betriebskosten im Bereich „Green Shipping“aus, einer weniger umweltschädlichen Schifffahrt, berichtete Poulsson.

Außerdem müssen derzeit in die mehr als 50 000 Seeschiffe Behandlungssysteme für Ballastwasser installiert werden. Sie sollen verhindern, dass mit dem Wasser aufgenommene Organismen beim Abpumpen der Ausgleichstanks im nächsten Hafen wieder in die Umwelt gelangen. In Deutschland lässt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Behandlungssysteme für Ballastwasser zu.