Wirtschaft

Arbeit Bis zu 70 Prozent weniger Einkommen

Mütter klar benachteiligt

Archivartikel

Gütersloh.Mütter verdienen einer Studie zufolge aufs gesamte Erwerbsleben gerechnet deutlich weniger als kinderlose Frauen. Diese lebenslange Bestrafung der Mutterschaft ist im Verlauf der Zeit sogar größer geworden, wie eine Auswertung der Bertelsmann Stiftung belegt, die am Montag veröffentlicht wurde. Nach Prognosen der Autorinnen dürften sich die Ungleichheiten durch die Corona-Krise noch weiter verschärfen, da dadurch etwa zusätzliche Betreuungsarbeit notwendig geworden ist.

Einbußen haben sich vergrößert

Um Aussagen über den Einfluss des Kinderkriegens auf die Löhne von Frauen machen zu können, konzentriert sich die Studie auf den Vergleich von Einkommen über das gesamte Erwerbsleben hinweg. Die Entscheidung für ein Kind führt bei Frauen demnach durchschnittlich zu Einbußen von rund 40 Prozent, bei drei oder mehr Kindern sogar von bis zu 70 Prozent. Diese tiefen Einschnitte erklären sich vor allem dadurch, dass viele Mütter mit ihrer Beschäftigung zeitweise pausieren und auch danach oft in Teilzeit weiterarbeiten.

Ein Vergleich zwischen Frauen, die im Jahr 1971 beziehungsweise 1982 geboren sind, zeigt, dass die lebenslange Bestrafung der Mutterschaft sich im Durchschnitt vergrößert hat. So lagen die Einbußen gegenüber gleichaltrigen Kinderlosen bei den älteren Frauen im Westen mit einem Kind bei 30 Prozent, bei den Jüngeren hingegen bei 43 Prozent. Im Osten fiel der Unterschied sogar noch größer aus: Bei den Älteren betrug er mit einem Kind zehn Prozent, bei den Jüngeren sogar 37 Prozent. Da kinderlose Frauen die bestehende Lücke zu den Männern zunehmend verringerten, kommt die Studie zu dem Schluss: Die Kosten des Mutter-Daseins sind über die Jahre hinweg deutlich gestiegen. 

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