Wirtschaft

Energie Höherer Anteil an Erneuerbaren hat Folgen

Netzbetreiber wollen neue Stromtrassen

Berlin.Der beschleunigte Ausbau der Ökoenergien macht nach Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber den Bau von zwei weiteren Nord-Süd-Stromautobahnen erforderlich. Die zusätzlichen Gleichstrom-Erdkabel seien notwendig, wenn der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis 2030 auf 65 Prozent steigen solle, teilten sie gestern bei der Veröffentlichung des Entwurfs für die neue Fassung des Netzentwicklungsplans mit.

Die beiden zusätzlichen Höchstspannungsleitungen sollen vor allem Windstrom von Schleswig-Holstein über Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bis nach Baden-Württemberg transportieren. Empfehlungen für konkrete Trassen enthält der Entwurf nicht.

Erhebliche Kostensteigerung

Die Kosten für den zusätzlichen Netzausbau werden mit rund 52 Milliarden Euro angegeben. Das sind etwa 20 Milliarden Euro mehr als bisher, wie eine Sprecherin des Netzbetreibers Tennet sagte. Für die Anbindung der Windparks auf Nord- und Ostsee kommen bis 2030 – je nach Szenario – bis zu 24 Milliarden Euro hinzu. Derzeit sind drei große Nord-Süd-Verbindungen in Planung. Sie sollen 2025 fertig werden. Die Baukosten landen über die Netzentgelte auf den Stromrechnungen der Verbraucher.

Die Empfehlungen der Kohlekommission seien in dem Entwurf noch nicht eingearbeitet, heißt es in der Mitteilung. Der Vorschlag der Kommission, die Kapazität von Kohlekraftwerken bis 2030 auf 17 Gigawatt zu senken, entspreche aber fast exakt einem der von den Netzbetreibern entwickelten Szenarien für den Netzausbau. Der Netzausbau könne aber geringer ausfallen, als in einer früheren Version des Entwicklungsplans angenommen, sagte die Tennet-Sprecherin. dpa