Wirtschaft

Hauptversammlung Commerzbank nach Fusions-Aus unter Druck

Neue Strategie im Herbst

Archivartikel

Wiesbaden.Die Commerzbank sucht nach dem Platzen des Fusionstraums Antworten auf Ertragsschwäche und Zinstief. Die Ende April beendeten Gespräche mit der Deutschen Bank über einen möglichen Zusammenschluss hätten „auch gezeigt, wo wir möglicherweise unsere Strategie nachschärfen sollten“, sagte Commerzbank-Chef Martin Zielke am Mittwoch bei der Hauptversammlung in Wiesbaden. „Im Herbst können wir Ihnen hierzu mehr sagen.“ Auch einen neuen Anlauf zur Suche nach Partnern schloss Zielke nicht aus.

Traditionell treffen sich Vorstand und Aufsichtsrat der Bank Mitte September, um den weiteren Kurs des Instituts, dessen größter Anteilseigner der Bund ist, zu erörtern.

Mit der Konzentration auf Privatkunden sowie Firmenkunden und Mittelstand sieht sich die Commerzbank grundsätzlich gut aufgestellt. Das Ausloten einer Fusion mit der Deutschen Bank hat nach Ansicht Zielkes gezeigt, „dass wir bereits sehr vieles richtig machen“. Dennoch sei auch der Vorstand mit der erreichten Profitabilität nicht zufrieden: „Hier können und müssen wir mehr erreichen.“

In den ersten drei Monaten 2019 waren die Erträge – also die gesamten Einnahmen der Bank – gesunken. Die Folge: ein Gewinneinbruch. Unter dem Strich verdiente die Commerzbank 120 Millionen Euro und damit weniger als halb so viel wie im Vorjahresquartal (262 Millionen Euro). dpa