Wirtschaft

Konzerne Verschmelzung nun offiziell bekanntgegeben / René Benkos Signa-Holding soll Mehrheit halten

Neuer Kaufhaus-Riese entsteht

Archivartikel

Essen/Köln.In den vergangenen Jahren mussten Karstadt und Kaufhof jede Menge Federn lassen, der Wettbewerb mit Onlinehändlern und Shopping-Centern setzte ihnen zu. Nun ist alles unter einem Dach: Deutschlands letzte große Warenhauskonzerne wollen sich mit ihrer Fusion im starken Wettbewerb behaupten. Der neue Einzelhandels-Riese wird europaweit 243 Standorte haben und rund 32 000 Mitarbeiter beschäftigen. Das teilten der österreichische Karstadt-Eigentümer Signa und der kanadische Kaufhof-Eigner Hudson’s Bay Company (HBC) gestern offiziell mit. Die zuständigen Kartellämter müssen noch zustimmen – und einige Punkte rund um die Zukunft der Innenstädte und des Personals bleiben offen.

Geleitet werden soll das zusammengeschlossene Unternehmen von Karstadt-Chef Stephan Fanderl. Der Manager betonte, die beiden zuletzt schwächelnden Partner hätten „eine ideale Lösung gefunden, um sich im umkämpften deutschen und europäischen Einzelhandelsmarkt erfolgreich zu positionieren“. Auf das neue Unternehmen warte jetzt eine Phase harter Arbeit und großer Herausforderungen. Was sich für die Verbraucher und durch die Fusion konkret ändern wird, blieb zunächst unklar. Die Firmen ließen etwa offen, ob im Zuge des Zusammengehens Filialschließungen geplant sind. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen sowohl Karstadt als auch Galeria Kaufhof vorerst als Marken bestehen bleiben. Auch zu einem möglichen Stellenabbau gab es keine Angaben.

Karstadt-Gesamtbetriebsratschef Jürgen Ettl forderte gestern den Erhalt aller 32 000 Arbeitsplätze und aller Standorte. „Die Fusion darf nicht zulasten der Arbeitnehmer gehen“, verlangte er. Die Gewerkschaft Verdi drängte die Eigentümer, die Arbeitnehmervertreter möglichst schnell in ihre Planungen einzubeziehen. Offiziell ist von einer „Fusion unter Gleichen“ die Rede. Doch wird die Signa-Holding von Karstadt-Eigentümer René Benko die Mehrheit am neuen Unternehmen halten: Signa erhält 50,01 Prozent der Anteile, HBC 49,99 Prozent. An den Kaufhof-Immobilien, die viele Milliarden wert sind, wird Signa künftig mit 50 Prozent beteiligt sein.

In der Region gibt es sechs Kaufhof-Filialen: in Mannheim und Heidelberg jeweils zwei sowie in Speyer und Worms jeweils eine. Im Viernheimer Rhein-Neckar-Zentrum gibt es eine Karstadt-Filiale. (mit red)

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