Wirtschaft

Forschung Standort-Debatte nach weiteren Vorwürfen wieder entflammt / Stuttgart pocht auf Prüfung

Neuer Streit um Batteriefabrik

Archivartikel

Stuttgart.Mit Details aus dem Bewerbungsverfahren bekommt der Streit um den Standort der Batterieforschungsfabrik des Bundes neue Nahrung. Nach einem Bericht von „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ haben Nordrhein-Westfalen und sein letztlich erfolgreicher Standort Münster wichtige Informationen aus dem Bundesforschungsministerium vor allen anderen Bewerbern bekommen und damit Vorteile gehabt.

Kurz nach der Wahl Münsters hatte es auch schon Kritik gegeben, weil Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) aus Ibbenbüren in der Nähe von Münster kommt. Karliczek sagte dazu im Juli, sie habe auf den Verfahrensverlauf und die Entscheidung keinen Einfluss genommen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte jetzt an, den Vorgang zu prüfen. Auch der FDP-Landesvorsitzende Michael Theurer forderte eine lückenlose Aufklärung. Die Entscheidung gegen Baden-Württemberg ist laut Theurer, der auch Vizechef der FDP-Bundestagsfraktion ist, „grottenfalsch“. „Sollte sich jetzt auch noch der erneute Vorwurf der Vetternwirtschaft gegen Frau Karliczek bewahrheiten, muss Kanzlerin Merkel die Notbremse ziehen und die krasse Fehlentscheidung gegen den Forschungs- und Mobilitätsstandort Baden-Württemberg korrigieren“, sagte er.

Der Bund hatte Münster den Zuschlag für die mit 500 Millionen Euro geförderte Forschungsfabrik erteilt. Baden-Württemberg war mit seinem Standort Ulm ebenso wenig zum Zuge gekommen wie Niedersachsen und Bayern. Das Bundesforschungsministerium betonte, alle Bewerber seien gleich behandelt worden und hätten dieselben Informationen bekommen. dpa

Zum Thema