Wirtschaft

Studie 14 öffentliche Firmen mit rein männlicher Führung

Noch immer wenig Frauen in Top-Jobs

Berlin.Der Anteil an Frauen in den Top-Jobs großer öffentlicher Unternehmen ist leicht gestiegen. Das hat die Organisation „Frauen in die Aufsichtsräte“ (FidAR) in einer Studie ermittelt, die an diesem Mittwoch vorgestellt wird. Demnach waren zum Stichtag 1. Januar 2020 in den obersten Managementetagen der Unternehmen 22 Prozent Frauen vertreten – ein Plus von vier Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. In den Aufsichtsgremien der Unternehmen gab es eine geringe Steigerung von 1,4 Prozentpunkten auf 32,2 Prozent.

Damit liegen öffentliche Unternehmen bei der Besetzung von Aufsichtsratsposten mit Frauen weiterhin gleichauf mit der Privatwirtschaft. Bei Vorstandsposten ist der Unterschied größer: Im Vergleich zu den 22 Prozent Frauen in der obersten Führungsebene öffentlicher Unternehmen, sind in den Top-Positionen der Privatwirtschaft nur knapp elf Prozent Frauen vertreten.

Keine Planung für Zukunft

Untersucht wurden für die Studie die 262 größten öffentlichen Unternehmen in Deutschland. Konkret sind das Betriebe mit Bundes- oder Landesbeteiligung, etwa Wasserbetriebe, Lotto-, Verkehrs- oder Wohnungsbaugesellschaften oder Energiewerke. 14 Unternehmen hätten eine komplett frauenfreie Führungsetage und von den 123 Unternehmen, die eigentlich Zielgrößen vorgeben müssten, hätten 49 keine Planungen für die Erhöhung des Frauenanteils vorgelegt. FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow sprach von einem Alarmsignal.

Firmen ab einer bestimmten Größe – in der Regel ab 2000 Beschäftigten – müssen seit Anfang 2016 frei werdende Aufsichtsratsposten mit Frauen neubesetzen, bis mindestens ein Frauenanteil von 30 Prozent erreicht ist. Vorgaben zur Besetzung von Vorständen gibt es bisher nicht. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) und Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatten zwar einen Gesetzentwurf vorgelegt, der liegt aber auf Eis. 

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