Wirtschaft

Finanzen Größte Last muss das Land Niedersachsen stemmen / Öffentlich-rechtliche Banken nehmen Geld aus eigenem Sicherungstopf

NordLB: Südwest-Sparkassen helfen bei Rettung

Stuttgart.Die Rettung der NordLB stellt die baden-württembergischen Sparkassen nach den Worten von Verbandspräsident Peter Schneider vor keine größeren finanziellen Probleme. Die Ergebnisse der Sparkassen würden dadurch nicht belastet, sagte Schneider gestern in Stuttgart. Das Geld stamme aus einem auf Druck der EU angelegten Sicherungstopf. Schneider sieht in der gemeinsamen Kapitalspritze für die NordLB aber schon einen weiteren Schritt in Richtung Konsolidierung im Landesbankensektor.

Nach Milliardenverlusten und wegen strengerer EU-Auflagen in Sachen Eigenkapital braucht die Landesbank im Norden frisches Geld. Im Gespräch sind bis zu 3,7 Milliarden Euro.

Warten auf EU-Entscheidung

Den Löwenanteil stemmt das Land Niedersachsen. Der Sparkassensektor, zu dem auch andere Landesbanken wie die LBBW gehören, hatte jüngst eine Auffanglösung auf den Tisch gelegt. Die Rede ist von 1,2 Milliarden Euro. Über den Vorschlag muss noch die EU-Kommission entscheiden. Etwa 62 Millionen Euro davon trügen nach den Worten von Schneider die baden-württembergischen Sparkassen. Das Geld hätten die Institute bereits in ihrem Sicherungstopf beiseitegelegt, den sie auf Druck der EU aufgebaut haben, erklärte der Sparkassenpräsident. Die Landesbank Baden-Württemberg beteiligt sich nach den Worten von Schneider über einen ähnlichen Sicherungsmechanismus der Landesbanken mit rund 80 Millionen Euro. Ein Sprecher der LBBW wollte die Zahl kurz vor der Bilanzvorlage nicht bestätigen.

Die Rettung der NordLB weckt Erinnerungen an die baden-württembergische Landesbank vor zehn Jahren. Die war im Zuge der Finanzkrise nach der Übernahme der Landesbanken in Rheinland-Pfalz und Sachsen in Schieflage geraten und musste von ihren Trägern – neben den Sparkassen sind das die Stadt Stuttgart und das Land – mit Milliarden gestützt werden.

So viel wie nie auf Konten

Die niedrigen Zinsen und die gute Wirtschaftslage hatten das Kreditgeschäft der Sparkassen im Land zuletzt getrieben. Die Summe der neu zugesagten Darlehen für Unternehmen und Selbstständige stieg demnach auf 14,1 Milliarden Euro nach 13,8 Milliarden im Vorjahr. Die Summe der an Firmen verliehenen Darlehen stieg damit bei den 51 Sparkassen im Land 2018 um 5,6 Prozent auf 62 Milliarden Euro. Zusammen mit öffentlicher Hand und Privatkrediten belief sich die Darlehenssumme auf 130,4 Milliarden Euro.

Auf der Gegenseite wuchs die Summe der Spareinlagen – also das Geld, das Firmen und Privatkunden auf Konten lagern – um 5,4 Prozent auf die Rekordstumme von 140,7 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdienten die Sparkassen im vergangenen Jahr mit 1,12 Milliarden Euro gut 200 Millionen Euro weniger als 2017. dpa