Wirtschaft

Umfrage Kaum Interesse an Elektroautos / Klimawandel ändert Mobilitätsverhalten wenig

Nur 13 Prozent wollen weniger fahren

Frankfurt.Zu teuer, eine zu geringe Reichweite, zu wenig Ladepunkte und auch dadurch viel zu umständlich – deutsche Verbraucher können Elektroautos noch nicht viel abgewinnen. Nur ein Viertel zieht ein solches Fahrzeug beim Neukauf in Erwägung, für zwei Drittel dagegen kommt ein E-Auto vorerst nicht in Frage. Generell aber hängen die Verbraucher weiter am Auto. Für fast drei Viertel bleibt der Besitz eines Autos wichtig. 44 Prozent wollen ihr Mobilitätsverhalten nicht ändern und nur 13 Prozent erwägen aus Gründen des Klimaschutzes weniger Auto zu fahren.

Kurz vor der Eröffnung der IAA in Frankfurt zeigt der jüngste Automobilbarometer der Unternehmensberatung EY, dass die E-Mobilität in Deutschland weiter in den Kinderschuhen steckt. Nicht umsonst sollen E-Autos und die Elektromobilität auf der Messe eine zentrale Rolle spielen. „Den Automobilherstellern und der Politik ist es bisher nicht gelungen, dem Großteil der Autoverkäufer den Mehrwert der E-Mobilität zu vermitteln,“ sagt EY-Partner Peter Fuß. „Im Gegenteil: Nach wie vor fehlt in Deutschland die nötige Infrastruktur.“ Bis 2021 würden deutlich mehr Ladesäulen benötigt, denn dann würden E-Autos einen Anteil von fünf Prozent an den Neuzulassungen haben, sagt Fuß.

Zu geringe Reichweite

Die Skepsis der Verbraucher gegenüber E-Autos ist nach wie vor groß, wie die am Sonntag von EY vorgelegte Studie zeigt. Rund ein Drittel wollen sich beim nächsten Autokauf für einen Benziner entscheiden und rund ein Fünftel für einen Diesel. Nur neun Prozent haben ein Elektro-Fahrzeug im Blick. Sechs Prozent denken an einen Plug-In-Hybrid und 16 Prozent an einen Vollhybrid, also ein Fahrzeug mit zusätzlichen Elektromotor. Als Gründe für die Ablehnung von E-Autos nennen knapp 30 Prozent die zu geringe Reichweite, für einen ähnlichen Anteil sind die Fahrzeuge zu teuer, 13 Prozent bemängeln fehlende Ladepunkte. Und fast genauso viel sagen, das Laden der Batterie dauere zu lange.

Noch weniger als E-Autos können sich der Analyse zufolge die Verbraucher mit eigenständig fahrenden Autos anfreunden. Die Hälfte lehnt es ab, sich in so ein Auto zu setzen. Selbst wenn sie noch in die Bedienung des Fahrzeugs eingreifen können, halten 30 Prozent nichts davon. Damit sei die Ablehnung des autonomen Fahrens seit den Studien von 2013 und 2017 deutlich gestiegen, sagt Fuß. Grund für die Ablehnung selbstfahrender Autos ist vor allem die in den Augen der Verbraucher rechtliche Unsicherheit und ungeklärte Haftungsfragen. 30 Prozent führen das an. Ähnlich viele sehen die Sicherheit der Fahrgäste noch nicht gewährleistet. otr

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