Wirtschaft

Energie Erneuerbare Quellen decken in den ersten neun Monaten knapp 43 Prozent des deutschen Verbrauchs / Windkraftbranche schlägt dennoch Alarm

Ökostromanteil erreicht Rekordniveau

Archivartikel

Berlin.Erneuerbare Energiequellen aus Wind oder Sonne haben die Kohle beim Stromverbrauch abgehängt – die Windkraftbranche schlägt aber dennoch Alarm. Sie sieht bei einem anhaltend schleppenden Ausbau von Windkraft an Land tausende Jobs in Gefahr. Gebe es weiter Genehmigungsprobleme und einen schwachen Zubau neuer Anlagen, würden 27 Prozent der Arbeitsplätze in der Windenergiebranche bis 2030 verloren gehen. Das geht aus einer Analyse der Beratungsfirma Prognos im Auftrag des Fachverbands VDMA Power Systems hervor.

In den Kernbereichen der Onshore-Windenergiebranche seien derzeit rund 64 000 Menschen beschäftigt. Ganz anders dagegen sieht es laut Analyse aus, wenn Ziele der Bundesregierung erreicht werden – nämlich ein Ökostrom-Anteil am Stromverbrauch von 65 Prozent bis 2030 sowie ein schrittweiser Kohleausstieg bis 2038. In diesem Fall könnte die Zahl der Beschäftigten in der Windbranche bis 2030 um zehn Prozent steigen.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres stieg der Ökostrom-Anteil auf einen Rekordwert. Erneuerbare Energien deckten zusammen 42,9 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland. Das ist ein Plus von fast fünf Prozentpunkten zum Vorjahreszeitraum.

In den ersten drei Quartalen seien insgesamt rund 183 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Sonne, Wind und anderen erneuerbaren Quellen erzeugt worden. Damit lagen die Erneuerbaren fast 50 Prozent über der Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle, die insgesamt rund 125 Milliarden Kilowattstunden beitrugen. Im Vorjahreszeitraum lagen der Anteil der Erneuerbaren und jener der Kohle laut BDEW und ZSW noch fast gleichauf. Die stärkste Erneuerbaren-Quelle war Wind an Land, gefolgt von der Photovoltaik. In den vergangenen Jahren hatte es einen erheblichen Zubau von Windkraftanlagen und Solarparks gegeben, ermöglicht auch durch die Förderung der Politik und eine Subventionierung durch Stromkunden.

Nach einer Analyse der Fachagentur Windenergie an Land gingen von Januar bis Ende September 2019 nur 148 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 507 Megawatt ans Netz. Dieser Wert sei in den vergangenen fünf Jahren jeweils schon im ersten Quartal erreicht worden. dpa

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