Wirtschaft

Lebensmittel Verbraucherschützer kritisieren nach Produkttest die vielfach irreführenden Bilder auf Verpackungen

Oft nur Aromen statt echter Erdbeeren im Eis

Archivartikel

Berlin.Knackige Schokostückchen, frische Erdbeeren und appetitliche Bilder einer cremigen Eismasse. So stellen die Hersteller von Eis ihre Ware auf der Verpackung gerne dar. Doch allzu oft stimmen die Abbildungen nicht ganz mit der Wirklichkeit überein. Das haben die Verbraucherzentralen bei einem Marktcheck ihres Portals „Lebensmittelklarheit“ herausgefunden.

„Im Eisregal fehlt es nicht an schönen Bildern und Worten, aber regelmäßig an einer verbraucherfreundlichen Kennzeichnung“, kritisiert Stephanie Wetzel, die den Test verantwortet. Die Marktwächter haben sich fast 50 Produkte der drei Sorten Vanille, Schokolade und Erdbeere genauer angesehen.

Maßgeblich für die Darstellung sind die Leitsätze des so genannten Lebensmittelbuches. Es wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft herausgegeben. Diese Prinzipien werden von den Herstellern zwar fast durchgängig eingehalten.

Es fehlt an Vorgaben

Doch für die notwendige Transparenz sorgt das Wetzel zufolge nicht. Besonders unübersichtlich und fantasievoll geht es beim Erdbeereis zu. „Drei Eissorten bezeichneten sich als Fruchteiscreme Erdbeere“, heißt es im Marktbericht. Diese Bezeichnung ist im Lebensmittelbuch gar nicht vorgesehen. Die Aufmachung muss also auch keinen Ansprüchen genügen.

Steht auf der Verpackung hingegen Erdbeereis, Erdbeereiscreme oder Erdbeerfruchteis, muss der Anteil frischer Früchte wenigstens 20 Prozent betragen. Nennt sich die Süßspeise Eis mit Erdbeergeschmack, fehlt es wiederum an Vorgaben. In dem entsprechenden Angebot fanden die Tester fast ausschließlich Aromen statt echter Früchte. Und wenn die Bilder leckerer Beeren auf der Verpackung einander ähnlich sind, belegt dies nicht auch einen gleich hohen Anteil im Eis. Mal fanden sich zehn Prozent, mal 36 Prozent Früchte in den Proben .

Auch bei Vanilleeis wird gerne mehr versprochen, als von der Industrie gehalten wird. Wird das Produkt als Bourbon-Vanilleeis angepriesen, sollte auch das verwendete Gewürz durchgängig diese Spitzenqualität aufweisen. Doch das war im Test nur bei sieben von 19 Eispackungen der Fall. Die Menge der verwendeten Vanille gab nur ein Hersteller an. „Das Ergebnis ist unbefriedigend“, stellt Wetzel fest.

Die Produkte entsprächen zwar überwiegend den Leitlinien, seien jedoch vielfach nicht verbraucherfreundlich. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert eine Präzisierung des Lebensmittelbuches. Die Erwartung der Verbraucher beim Blick auf die Verpackung müsse berücksichtigt werden.

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