Wirtschaft

Luftfahrt Bodenpersonal in Spanien zu Ausstand aufgerufen / Deutsche Fluglotsen rechnen mit Beeinträchtigungen bis ins kommende Jahr

Passagieren drohen Streiks und Verspätungen

Frankfurt/Berlin.Der europäische Flugverkehr bleibt anfällig. Nach einem mit wenigen Ausnahmen geglückten Start in die Osterreisezeit drohen nun Streiks in Spanien, dem liebsten Urlaubsland der Deutschen. Auch mittelfristig sind die Aussichten auf pünktlichere Flüge weiterhin gering, wie die Deutsche Flugsicherung gestern klarmachte. Sie müht sich gemeinsam mit den Flughäfen und den Fluggesellschaften um Verbesserungen.

In Spanien weiteten sich gestern die Streiks in verschiedenen Verkehrsbetrieben aus. Nachdem das Sicherheitspersonal des Airports der spanischen Hauptstadt Madrid bereits am Freitag in einen unbefristeten Streik getreten war, legten gestern auch die Mitarbeiter der Regionalfluggesellschaft Air Nostrum landesweit die Arbeit nieder.

An den Ostertagen könnte es in ganz Spanien zu einem Verkehrschaos kommen, weil Gewerkschaften das Bodenpersonal an allen spanischen Flughäfen sowie die Lokführer der Gesellschaft Renfe ebenfalls zu Streiks aufgerufen haben. Auch Zehntausende Deutsche müssen in ihrem Osterurlaub wohl mit Problemen rechnen.

Die Deutsche Flugsicherung erwartet noch über Jahre hinweg Engpässe im europäischen und speziell auch im oberen deutschen Luftraum. Die bereits 2018 begonnenen Verlagerungen von Flügen in den unteren Luftraum und um Zentraleuropa herum werden der bundeseigenen GmbH zufolge intensiviert: Rund 1100 von bis zu 38 000 täglichen Europaflügen können so auf Weisung von Eurocontrol aus den besonders engen Sektoren herausgehalten werden, sagte DFS-Betriebsgeschäftsführer Robert Schickling.

Nach Schicklings Angaben fehlen der DFS derzeit rund 200 von 1800 benötigten Lotsen. Erst 2020 sei unter dem Strich eine personelle Entlastung zu erwarten. „2019 wird ein sehr schwieriges Jahr“, sagte Schickling. Die verfehlten Personalplanungen seien Folge der wirtschaftlichen Vorgaben durch die EU-Kommission, die von viel zu niedrigen Flugzahlen ausgegangen sei. dpa