Wirtschaft

Getränke Familienunternehmen will mithilfe eines Investors zusätzliche Märkte erschließen / Die gegenwärtig rund 100 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben

Pfungstädter plant Brauerei-Neubau

Archivartikel

Pfungstadt.Die Traditionsbrauerei Pfungstädter ist seit mehr als 180 Jahren in Familienbesitz – doch damit ist nach dem Willen der Brauer wohl in wenigen Monaten Schluss. Das Unternehmen im Kreis Darmstadt-Dieburg hat nach eigenen Angaben einen Investor gefunden und will im umkämpften Biermarkt mit einem modernen Brauerei-Neubau neue Märkte erschließen.

Es liege die vielversprechende Absichtserklärung eines Investors aus Bad Homburg vor, sagte der Geschäftsführer der Pfungstädter Brauerei Hildebrand GmbH & Co. KG, Stefan Seibold, am Dienstag. In der modernen CO2-neutralen Anlage sollen neben Bier dann auch Mineralwasser, Softdrinks und andere neue Produkte hergestellt und abgefüllt werden. Die rund 100 Arbeitsplätze sollen erhalten und ausgebaut werden. „Im ersten Quartal wird die Tinte trocken sein“, sagte Seibold. Bei den Investitionen gehe es um einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.

Das Unternehmen wurde 1831 von Justus Hildebrand gegründet. Nach den Worten von Geschäftsführer Stefan Seibold wird sich die Familie jetzt komplett zurückziehen. „Bei solchen Investitionsvolumen will der Investor auch das Sagen haben.“ „Wir haben einen hohen Investitionsstau“, sagte Seibold zu den Gründen der Investorensuche. Die letzten Jahre seien defizitär gewesen. „Das Geld war so nicht zu beschaffen.“

Kapazität wird mehr als verdoppelt

Plan ist es, auf dem bisherigen Brauereigelände ein Wohn- und Stadtquartier zu errichten. Der Brauereineubau soll auf dem Gelände des 2014 geschlossenen Schwimmbades verwirklicht werden. Der Magistrat der Stadt empfahl der Stadtverordnetenversammlung am Dienstag, den Plänen zuzustimmen. Diese soll nach Angaben eines Stadtsprechers voraussichtlich am 16. Dezember entscheiden.

Im vergangenen Jahr brauten die Pfungstädter 200 000 Hektoliter. Mit dem Neubau sollen die Kapazitäten auf 500 000 Hektoliter erweitert werden. Dabei soll der Exportanteil nach Angaben der Geschäftsführung von 25 auf 50 Prozent ausgebaut werden. Neue Produkte wie Mineralwasser und Softdrinks sollen hinzukommen.

Die 25 000-Einwohner-Gemeinde sieht eine „rosige Zukunft“. „Unser besonderes Interesse am Erhalt der Brauerei sowie der Arbeitsplätze sprach von Beginn an dafür, in Pfungstadt einen Standort zu finden, der den Erfordernissen eines Neubaus entspricht“, teilte Bürgermeister Patrick Koch mit. Stimmen die Stadtverordneten zu, gehe das Grundstück an den Investor.

Die Brauerei wäre nicht das einzige große Projekt in der Gemeinde. Im kommenden Jahr soll nach Angaben des Sprechers der erste Spatenstich für das geplante große Indoor-Aquarium „Shark City“ erfolgen, und die Stadt bewarb sich unlängst für den Hessentag 2023. 

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