Wirtschaft

Luftfahrt Durch Krankmeldungen sind 200 Flüge ausgefallen / Konzern hofft auf stabilen Flugbetrieb ab heute / Bieterfrist für Interessenten endet

Piloten von Air Berlin kehren ins Cockpit zurück

Berlin.Nach zahlreichen Flugausfällen können sich Passagiere der Air Berlin ab heute wieder auf einen normalen Betrieb der insolventen Airline einstellen. Am Dienstag und Mittwoch waren rund 200 Flüge ausgefallen, weil etliche Piloten sich krankgemeldet hatten. Gegen Mittag gab es dann die Entwarnung, dass viele Crews an ihre Arbeitsplätze zurückkehrten.

Die Beschäftigten fürchten um ihre Einkommen und Arbeitsplätze, wenn Air Berlin wie geplant zerschlagen wird. Vorstandschef Thomas Winkelmann appellierte am Mittwoch an die Piloten: "Meldet Euch aus dem Off freiwillig zurück." Auch die Bundesregierung redete den Piloten ins Gewissen. Von Arbeitgeberseite kam Kritik am "wilden Streik".

Air Berlin hatte vor vier Wochen Insolvenz angemeldet und verhandelt mit der Lufthansa und weiteren Airlines über einen Verkauf von Unternehmensteilen. An diesem Freitag endet die Bieterfrist. Am Montag waren Gespräche gescheitert, in denen die Arbeitnehmerseite einen Sozialplan erreichen wollte. Das Management will erst verhandeln, wenn konkrete Kaufangebote vorliegen. Selbst die erste öffentlich bekannte Offerte der Lufthansa ist bislang noch nicht bindend, wie aus Firmenkreisen zu erfahren war.

Vorstandschef Winkelmann betonte: "Potenzielle Investoren werden durch die gestrige und heutige Performance verschreckt." Am Dienstag hatten sich kurzfristig rund 200 Piloten krank gemeldet. Nach jüngsten Zahlen der Air Berlin waren am Dienstag sogar 164 Flüge ausgefallen, nicht wie zunächst angenommen rund 100. Hinzu kamen mehrere Ausfälle bei der Lufthansa-Tochter Eurowings, die üblicherweise mit Air Berlin-Flugzeugen durchgeführt werden. Für Mittwoch gab das Unternehmen die Zahl der Krankmeldungen mit 149 an. Mindestens 32 Flüge wurden gestrichen, auch 35 Eurowings-Verbindungen fielen aus. Winkelmann sprach von einer unerträglichen Situation. In den Reihen der Piloten wurde jedoch darauf verwiesen, dass auch wirtschaftliche Existenzängste die sichere Flugdurchführung gefährden können.

Gestern wurde bekannt, dass auch der Geschäftsführer der chinesischen Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim, Jonathan Pang, mitbieten will. dpa