Wirtschaft

Handel Filialen in Mannheim und Heidelberg abgestoßen

Planet Sports gibt die Region auf

Archivartikel

Ketsch/München.Der insolvente Sportartikelhändler Planet Sports ist in Teilen verkauft worden und soll unter seinem Markennamen fortgeführt werden. Die Filialen auf den Mannheimer Planken und in der Heidelberger Hauptstraße werden jedoch aufgegeben. Das teilte Insolvenzverwalter Axel W. Bierbach von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen aus München am Dienstag mit. Demnach sei der Käufer der letzten eigenständigen Sparte der ebenfalls insolventen Konzernmutter 21sportsgroup ein „mittelständisches Unternehmerkonsortium“. Nähere Angaben machte er nicht.

Von der Übernahme betroffen seien der gesamte Online-Handel des Unternehmens sowie die Filiale in Köln, nicht aber die weiteren neun Niederlassungen, die zu defizitär gewesen seien. 62 von ursprünglich 192 Arbeitsplätzen sollen erhalten worden sein. Der unmittelbar nach der Zahlungsunfähigkeit im Februar eingeleitete Verkaufsprozess habe sich auch wegen der Corona-Krise verzögert. Zahlreiche anfänglich interessierte Erwerber hätten sich Mitte März wegen eigener wirtschaftlicher Sorgen wieder zurückgezogen, teilte der Insolvenzverwalter mit.

Statt Expansion Rückzug

Die Planet Sports GmbH erwirtschaftete nach eigenen Angaben zuletzt einen Jahresumsatz von rund 75 Millionen Euro. 2015 stieg die 21sportsgroup als Mutterkonzern in das Geschäft ein. Der Online-Sportartikelhändler war erst im Sommer 2018 von Mannheim-Friedrichsfeld nach Ketsch gezogen und hatte dort ein rund 30 000 Quadratmeter großes und 25 Millionen Euro teures Logistiklager bezogen.

Statt der angekündigten weiteren Expansion – hunderte neue Arbeitsplätze waren angekündigt worden – zog sich das Unternehmen bereits Anfang 2019 wieder größtenteils aus Ketsch zurück, trennte sich von einem Teil seiner Marken wie 21run und wollte sich auf seine Sparte Planet Sports konzentrieren. Im Februar dieses Jahres meldeten beide Unternehmen Insolvenz an. beju

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