Wirtschaft

Logistik Konzernchef Appel erteilt Mehrkosten bei Paketen eine Absage / Hohe Kosten lassen Gewinn im Jahr 2018 einbrechen

Post verzichtet auf Zuschlag für Haustür-Lieferung

Archivartikel

Bonn.Die Deutsche Post hat bekräftigt, dass sie Pakete auch künftig ohne Mehrkosten direkt bis an die Haustür der Empfänger bringt. „Wir glauben nicht, dass wir eine Extragebühr für die ,letzte Meile’ von unseren Kunden erheben müssen“, sagte Post-Chef Frank Appel gestern im Nachrichtensender n-tv. Die Haustürzustellung sei „Teil unseres Leistungsversprechens“.

Die „letzte Meile“ – also der letzte Abschnitt bis zur Paketübergabe – gilt als besonders zeitintensiv und teuer für die Paket-Dienstleister. Die Paketdienste DPD und Hermes rechnen hingegen damit, dass Haustür-Bestellungen künftig standardmäßig teurer sind als Lieferungen an Paketshops oder Paketstationen.

Nach einem Gewinneinbruch im Brief- und Paketgeschäft im vergangenen Jahr will die Deutsche Post wieder in Fahrt kommen. Das Weihnachtsgeschäft sei sehr gut verlaufen, und die Paketeinnahmen hätten wesentlich angezogen, sagte Appel. Seine für Finanzen zuständige Vorstandskollegin Melanie Kreis wertete es positiv, dass der Umsatz mit Paketen Ende 2018 erstmals seit längerer Zeit stärker gestiegen ist als das Volumen – pro Paket wurde also etwas mehr Geld eingenommen.

Ein heißes Eisen ist derzeit das Thema Portoerhöhung vermutlich im Sommer. Wie viel dann ein bisher 70 Cent teurer Standardbrief kosten wird, ist noch unklar – es dürfte aber ein kräftiges Plus auf deutlich mehr als 80 Cent geben. Appel verteidigte das Vorhaben: Die Briefmenge sinke um zwei bis drei Prozent pro Jahr, zugleich seien die Gehälter der Mitarbeiter 2018 um drei Prozent gestiegen – man müsse handeln.

Umsatz legt leicht zu

Er wies darauf hin, dass ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland im Schnitt nur noch 2,34 Euro monatlich für Briefporto ausgebe. „Deswegen wird eine weitere Steigerung des Portos keine signifikante Belastung für die Menschen in Deutschland.“

Hohe Kosten in der Brief- und Paketsparte belasteten das operative Konzernergebnis (Ebit) 2018 – es sackte um 15,5 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro ab. Der Nettogewinn fiel wegen einer hohen Steuerlast sogar noch stärker. Insgesamt bleibt die Deutsche Post auf Wachstumskurs. Der Umsatz stieg um 1,8 Prozent auf 61,6 Milliarden Euro. Wachstumstreiber war erneut die Express-Sparte, bei der Sendungen zu einem fest vereinbarten Zeitpunkt ankommen – vor allem Firmen nutzen diese relativ teure Dienstleistung. Die Sparte macht kräftige Gewinne. dpa