Wirtschaft

Potenzial besser ausschöpfen

Dem wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland droht langsam die Luft auszugehen. Nicht etwa, weil Betriebe über leere Auftragsbücher klagen. Sondern, weil sich vielerorts keiner mehr findet, der die Aufträge erledigen könnte. Gut 1,2 Millionen Jobs in Deutschland sind derzeit unbesetzt. Dabei dürfte es das Problem eigentlich gar nicht geben. Denn gleichzeitig führt die Statistik noch immer mehr als 2,3 Millionen Arbeitssuchende auf – macht pro freier Stelle rein rechnerisch fast zwei potenzielle Anwärter.

Aber so einfach ist es eben nicht. Es gab Zeiten, da konnten Unternehmen gewissermaßen aus dem Vollen schöpfen. Den freien Lehrstellen standen deutlich mehr Bewerber gegenüber. Da ließ sich leicht auswählen, gut war oft nicht gut genug. Aber diese Zeiten kommen so bald nicht wieder. Allein schon aus demografischen Gründen. Denn es scheiden auch immer mehr Beschäftigte aus dem Berufsleben aus.

Umso besser müsste nun das verbliebenen Potenzial ausgeschöpft werden. Vor allem Kleinbetriebe haben größte Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Die Politik muss die Wirtschaft hier deutlich besser unterstützen. Angefangen von der Förderung der Qualifizierung bis hin zu einem Einwanderungsgesetz für Fachkräfte.

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