Wirtschaft

Immobilien Grundstücke in Baden-Württemberg und Hessen kosten deutlich mehr als in anderen Bundesländern / Starkes Stadt-Land-Gefälle

Preise bei Bauland 2019 auf Rekordhoch

Wiesbaden/Stuttgart.Bauland in Deutschland ist so teuer wie nie. Im Jahr 2019 waren pro Quadratmeter durchschnittlich 189,51 Euro fällig, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat – ein Rekordhoch wie bereits bei den Preisen für Wohnimmobilien. Besonders teuer ist Bauland in Baden-Württemberg und Hessen.

Vor allem in Ballungsräumen ist die Nachfrage nach Wohnraum gewaltig, doch es fehlt an Bauland. Das treibt die Bodenpreise in die Höhe. Zehn Jahre zuvor war ein Quadratmeter nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Mittwoch im Schnitt noch für rund 122,00 Euro zu haben.

Rheinland-Pfalz günstiger

Häuslebauer müssen in Baden-Württemberg deutlich mehr bezahlen als die Menschen in Deutschland insgesamt. Im Jahr 2019 waren pro Quadratmeter im Schnitt 227,44 Euro fällig, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das sind fast 40 Euro mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Es geht aber auch noch teurer. In Hessen kostete der Quadratmeter im Schnitt 232,24 Euro, in Bayern 301,75 Euro. In Hamburg und Berlin sind gar Preise jenseits der 1000 Euro zu zahlen.

In Rheinland-Pfalz und im Saarland kommen Bauherren teilweise deutlich günstiger an Bauland als in weiten Teilen der Republik. Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise lagen im vergangenen Jahr sowohl in Rheinland-Pfalz (135,93 Euro) als auch im Saarland (83,66 Euro) weit unter dem Bundesschnitt von 189,51 Euro.

Am niedrigsten waren die durchschnittlichen Kaufwerte mit jeweils unter 60 Euro pro Quadratmeter in den ostdeutschen Bundesländern Thüringen (49,67 Euro), Sachsen-Anhalt (52,19 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (56,10 Euro).

Nach Erkenntnissen der Statistiker steigen die durchschnittlichen Kaufwerte tendenziell mit der Gemeindegröße. In Kommunen mit weniger als 2000 Einwohnern wurden im Schnitt 66,04 Euro pro Quadratmeter bezahlt. In den 14 größten Städten der Republik mit mindestens 500 000 Einwohnern war es etwas mehr als das 17-Fache: 1128,33 Euro.

Das baden-württembergische Wirtschaftsministerium setzt auf einen Ende Mai 2020 aufgelegten Grundstücksfonds. „Mit dem Zwischenerwerb von Grundstücken durch das Land eröffnet er den Kommunen die Möglichkeit, eine vorausschauende Bodenpolitik für mehr bezahlbaren Wohnraum zu betreiben“, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Der Grundstücksfonds leiste langfristig einen wesentlichen Beitrag zur Aktivierung von Wohnbauflächen und damit auch zur Beeinflussung der Bodenpreise. Unterstützt werden demnach diejenigen Kommunen, die einen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum haben, aber aufgrund ihrer Haushaltslage zumindest vorübergehend nicht in der Lage sind, selbst aktiv zu werden.

Eine Sprecherin der baden-württembergischen Bauwirtschaft forderte von den Kommunen die zusätzliche Ausweisung von Bauland. Außerdem gebe es viele Zuzüge in den Südwesten, was die Nachfrage auch erhöhe und zu steigenden Preisen führe. 

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