Wirtschaft

Verkehr Niedrigere Mehrwertsteuer gilt ab 1. Februar / Bund und Länder einigen sich / Deutsche Bahn will mehr Kunden gewinnen

Preise für alle Bahncards sinken

Berlin.Verbraucher müssen für die Bahncards 50 und 25 künftig zehn Prozent weniger zahlen. Darauf haben sich in dieser Woche Bund und Länder geeinigt, wie die Deutsche Bahn am Freitag mitteilte. Schon seit Januar gilt der günstigere Preis für normale Fahrten, sämtliche Sparpreis-Angebote sowie die Bahncard 100. Mit der nun getroffenen Einigung wird die Aktion auf Bahncard 50 und 25 mit Gültigkeit ab 1. Februar ausgeweitet.

Die Bahncard 50 ist nun für die zweite Klasse ab 229 Euro statt 255 Euro erhältlich. Eine Bahncard 25 kostet für die zweite Klasse künftig 55,70 Euro statt 62 Euro. Mit den Karten erhalten Kunden 50 beziehungsweise 25 Prozent Rabatt auf den Kauf einer Fahrkarte. Schon ab diesem Wochenende soll es nach einer kurzen Umstellungsphase möglich sein, die entsprechenden Bahncards zum reduzierten Preis zu kaufen.

Diejenigen, die erst kürzlich noch zum alten Mehrwertsteuersatz bestellt haben, sollen einen Gutschein in Höhe der Differenz erhalten. „Die Deutsche Bahn wird aktiv auf die betroffenen Kunden zugehen, diese brauchen selbst nichts zu veranlassen“, teilte das Unternehmen mit.

Teil des Klimapakets

Rund 60 000 Menschen in Deutschland besitzen eine Bahncard 100 der Deutschen Bahn. Deutlich häufiger – nämlich bislang mehr als fünf Millionen Mal – hat der Konzern hingegen die Bahncards 50 und 25 verkauft.

Im Klimapaket von Ende Dezember hatte die Bundesregierung eine Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf sieben Prozent für den Bahn-Fernverkehr beschlossen. Die Bahn hat stets versprochen, diese Senkung vollständig an die Kunden weiter zu geben.

„Wir freuen uns über die schnelle Einigung zwischen Bund und Ländern“, sagte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber. Mit der Mehrwertsteuer-Senkung will die Bundesregierung mehr Menschen dazu bewegen, vom Auto oder dem Flugzeug auf die klimafreundlichere Bahn umzusteigen. Die Deutsche Bahn hatte in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass sie eine solche Reduzierung auch für sämtliche Bahncard-Typen begrüßen würde.

Die Maßnahme betrifft indes nur den Fernverkehr, der zu 99 Prozent von der Deutschen Bahn kontrolliert wird. Im Regionalverkehr hingegen sind die Preise zum Fahrplanwechsel um durchschnittlich 1,7 Prozent gestiegen. Ausgenommen von der Mehrwertsteuersenkung ist nach wie vor auch der Fernbusmarkt, der in Deutschland zu mehr als 95 Prozent vom Unternehmen Flixmobility mit seiner Marke Flixbus kontrolliert wird. Der Konzern hatte das immer wieder kritisiert und will gegen die Maßnahme klagen.

Die um zwölf Prozentpunkte verringerte Mehrwertsteuer bedeutet eine Preisreduzierung von zehn Prozent. Rechenbeispiel: Eine 100 Euro-Fahrkarte kostet mit 19 Prozent Mehrwertsteuer 119 Euro. Mit sieben Prozent Steuer sind es 107 Euro. Differenz: zwölf Euro. Das sind nahezu jene zehn Prozent von 119 Euro. dpa

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