Wirtschaft

Finanzen Haushalte in Deutschland besitzen Rekordsumme von 6,55 Billionen Euro / Aufschwung an den Börsen wirkt sich aus

Private Vermögen machen Corona-Delle wett

Archivartikel

Frankfurt.Ein herber Einbruch im ersten Quartal und am Ende des zweiten Vierteljahres ein neuer Rekord: Die Folgen der Corona-Pandemie haben das Finanzvermögen der Deutschen zwischen Januar und März mit einer Einbuße von 128 Milliarden Euro so stark schrumpfen lassen wie nie zuvor. Ende Juni allerdings steht bedingt durch die rasante und starke Wende an der Börse und Neuanlagen ein Plus von 212 Milliarden Euro auf den neuen Rekordwert von 6,55 Billionen Euro.

„Innerhalb eines Quartals ist das der höchste absolute Vermögensanstieg aller Zeiten sowie der dritthöchste prozentuale Anstieg der letzten 20 Jahre“, sagt Thomas Dwornitzak, Leiter Sparen und Anlegen bei der ING Deutschland. Das Institut hat am Montag die Studie „Unser Geld&Covid-19“ vorgelegt. Motto: wie zerronnen, so gewonnen.

Die Deutschen stehen damit im europäischen Vergleich nach Angaben der ING gut da. Nach dem Rekordverlust im ersten Quartal habe sich beim Finanzvermögen ein Rekordanstieg gezeigt. Über die Vermögensverteilung macht die Studie allerdings keine Angaben.

In der Eurozone hätten Privathaushalte – so die Studie auf Basis von Daten der Bundesbank, der Deutschen Börse, der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie des Statistischen Bundesamtes und der europäischen Statistikbehörde Eurostat – durch die Folgen der Corona-Pandemie Vermögensverluste in Höhe von 771 Milliarden Euro oder drei Prozent gegenüber Ende 2019 hinnehmen müssen.

„Deutsche sind mit einem Verlust von 128 Milliarden Euro oder zwei Prozent vergleichsweise gut davongekommen“, heißt es. Dabei habe auch Bargeld eine wichtige Rolle gespielt und die Deutschen begünstigt. 41 Prozent ihres Finanzvermögens entfallen auf Bankeinlagen und Bargeld, in der Eurozone sind es im Schnitt nur 35 Prozent.

Mehr Bargeld im Umlauf

„Obwohl zuletzt als Zahlungsmittel von abnehmender Bedeutung, hat Bargeldsparen im ersten Quartal mit Abstand am stärksten zugelegt“, sagt Dwornitzak. „Mit einem Rekordvolumen von 20 Milliarden Euro ist mehr als jeder fünfte neue Spar-Euro, also 22 Prozent, in den Sparstrumpf geflossen“.

Der Bargeld-Umlauf in den 19 Ländern der Eurozone sei zwischen Januar und März um 49 Milliarden Euro gestiegen. Deutlich zugelegt hätten im ersten Quartal allerdings auch die Aktieninvestments mit14 Milliarden Euro oder 15 Prozent. „So heftig und unerwartet die Corona-Pandemie einschlug, so schnell scheint ihr negativer Effekt auf das Finanzvermögen schon wieder verpufft“, stellte Experte Dwornitzak fest.

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