Wirtschaft

Iran Deutsche Wirtschaft sieht Interessen bedroht

Proteste in Teheran

Archivartikel

Teheran/Washington.Zehntausende von Iranern haben gestern landesweit bei staatlich organisierten Kundgebungen gegen die USA demonstriert. Die Proteste waren ursprünglich zum Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979 durch radikale iranische Studenten gedacht, stand aber auch unter dem Eindruck der ab heute angekündigten schweren Wirtschaftssanktionen der USA gegen den Iran. Diese sollen die Öl- und Bankwirtschaft des Landes schädigen. Washington will auch ausländische Unternehmen bestrafen, die sich den Sanktionen nicht beugen, und bedroht damit auch deutsche Unternehmen mit Interessen im Iran.

Medien zufolge könnte Washington Staaten wie China, Indien, Japan, Südkorea und der Türkei den Bezug iranischen Öls zeitweise gestatten. Außenminister Mike Pompeo machte allerdings klar, dass für die Europäer keine Ausnahme gelten solle. Eine Ausnahmeliste soll heute veröffentlicht werden. Die USA waren aus dem internationalen Atomabkommen von 2015 ausgestiegen, in dem der Iran auf die Entwicklung von Kernwaffen verzichtet, wofür Sanktionen gegen ihn ausgesetzt oder aufgehoben wurden. dpa